Wieder ein Jahrtausend geschafft

Das Jahrtausend haben wir also erfolgreich abgeschlossen. Selbst die Jahrtausendwende liegt jetzt hinter uns. Das unerbittliche Fortschreiten der Zeit lässt sich nicht aufhalten und sorgt am Rande dafür, dass wir Menschen in der Sache, Dingen stets einen Namen zu geben, nun wieder kreativer sein müssen. Für uns Normalsterbliche heißt das: Nie wieder Millenium, Berlin 2000, Windows2000 und so weiter und so fort. Das sollte Einem doch positiv auf den Magen schlagen, oder?

Übrigens hatte sich derjenige, der einst den Startschuss für unsere Zeitrechnung abgab, geringfügig in der Zeit geirrt. Oder besser: in der Zählweise, als er den Beginn unserer Zeitrechnung ausgerechnet auf den 1. Januar des Jahres „Eins“ setzte. Bereits damals, also für zweitausend Jahren, sollte es sich herum gesprochen haben, das man beim Zählen immer mit der Null beginnen sollte. Erst 365 Tage später gelangt man zum Jahr „Eins“, welches damit abgeschlossen war und damit das zweite Jahr begonnen hatte. Alles verstanden?

Und mit dieser durchaus schlüssigen Begründung, meine Damen und Herren, möchte ich die alle gefeierten Millenium-Partys für ungültig erklären. Man hat sich verrechnet. Aber halb so schlimm, gibt es eben in diesem Jahr noch eine Millenium-Party und der ganze Zirkus geht von vorne los.

Mit Sicherheit werden einige kluge Köpfe noch so manche Ungereimtheit in unserer Zeitgeschichte feststellen. Zum Beispiel, das das Jahr 872 ein so übles Jahr in der Menschheitsgeschichte war, das man aus Angst vor einer Wiederholung das Folgejahr 873 einfach übersprang und mit dem Jahr 874 weiter zählte. Oder das man die erste Jahrtausendwende nicht erwarten konnte und die Jahre 998 und 999 einfach ausgelassen hat. Mitte des letzten Jahrtausends „korrigierten“ Gelehrte unsere Zeitrechnung, in dem sie so eben mal dreißig Jahre gestrichen haben. So ist das eben mit der Zeit, die einen haben nie genug Zeit, andere dagegen haben soviel davon, dass sie schnell mal einige Jahre hintenrum verschwinden lassen. Nicht zu vergessen - bei der Einführung der gregorianischen Zeit wurden nochmals elf Tage übersprungen. Einfach so. So mancher Geburtstag fiel dabei ins Wasser.

Also, nicht zu früh freuen, das abgelaufene Jahrtausend ist noch lange nicht vorbei. Und die Millenium-Party-Veranstalter noch lange nicht arbeitslos.

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