Ich liege im weichen Nordseesand chillend irgendwo vor Hollands Lieblingsdüne und um mich herum tobt ein leichtbekleidetes Leben. Die dreidimensionale Geräuschsymphonie ist auf einen fulminanten Höhepunkt angelangt und selbstverständlich ist dieser Traum wesentlich angenehmer zu ertragen als das Fahren durch diese als Nebel beschimpfte Brühe in der Frühe kurz vor sechs. Klarheit und Weitsicht verhöhnend, umhüllt sie unnachgiebig diese elende Gegend und sorgt für ein ernüchterndes Klima der knallharten Unwirklichkeit.
Dort ein Licht am Horizont, nein, eine arglistige Täuschung in Form eines nahenden Kreisverkehrs mit blecherndem Sahnezipfel. Der Zipfel erweist sich schnell als Baby-Polo, welcher in zwei Metern Höhe unfreiwillig parkend den humoristischen Höhepunkt dieser geisterhaften Fahrt darstellt. „Sweet soul sister“ gibt sich gerade alle verzweifelte Mühe „She's a rainbow“ aus meinen blinden Gehörgängen zu vertreiben, der unbarmherzige Nebel wogt träge wie eh und je und endlich stelle ich Motor und Auto ab. Gehend gähnend wage ich mich vom trübe Dunkel in die gleizende Wirklichkeit und eine vorsichtige Prognose über den Verlauf dieses Dienstags.
Das Orakel fällt vorläufig gnädig aus und dank fehlender Müdigkeit und den Stones im Ohr scheint sich ein wunderbarer Tag aus dieser hoffnungslosen Situation zu entwickeln. Ich bin dafür dankbar und denke, dass solltet ihr auch sein. Es könnte schlimmer kommen, dunkelgrau, von schlecht riechenden Halbwahrheiten oder von der üblichen Langeweile geprägt. Kopf hoch, tief einatmen - noch ist die Luft Pollenfrei und die Lungen aufnahmebereit und startklar für kommende Stürme.