Ehrlich gesagt, in den ersten Jahren als Kunde dieser Onlineglück-Verkäufer gab es nichts zu bemängeln. Die Technik funktionierte trotz Made in China und der Vertrag bot das, was die technischen Gegebenheiten in Sachen maximaler Bandbreite (etwa 6MBit) vor Ort möglich machten. He, das war völlig in Ordnung, ich sah mich nie damit konfrontiert in abartig nerviger Form den Provider-Kundendienst zu belästigen.
Umso mehr erfreute mich die Tatsache, dass die Telekom zusammen mit unserer Gemeinde öffentliche Fördergelder in Form neuer Technik querfeldein verbuddelten und am Ende eine „hochmoderne“ 16Mbit-Leitung verfügbar war.
Versteht irgend wer da draußen nun meinen Drang nach mehr Bandbreite, wenn diese endlich verfügbar ist? Was war nötig? Genau, ein neuer DSL-Vertrag, also ran ans Telefon und mal nett anfragen. Die Hotline-Profis des Kundendienstes waren hoch erfreut mich bei bester Gesundheit und guter Zahlungsmoral zu wissen. Ein neuer Vertrag, warum nicht - doch stopp, dieser Kunde verfügt ja noch über einen laufenden Vertrag, dessen Ende im nebulösen Irgendwann weit weit entfernt liegt. Ein Update des bestehenden Vertrages? Eigentlich kein Problem, oder doch? Denn wo kein Wille – da auch kein Weg!
Unzählige Telefonate und Ärger auf der einen, Arroganz auf der anderen Seite später blieb nur noch ein Schritt - die Online-Kündigung. Und he, selbst das Kündigen ist so eine Sache für sich, weil an Kompliziertheit kaum zu überbieten. Man besorge sich online eine Kündigungsnummer, ruft eine bestimmte Hotline-Nummer an, dort bekommt man einen Freischaltcode für ein Kündigungsformular. Dieses bitte innerhalb von zwei Wochen per Hand ausfüllen und zum Provider faxen. Sonst ist dieses Kündigungsformular nicht mehr gültig und der Zirkus beginnt von vorn.
Aber noch bevor ich dazu komme, dieses Formular penibel auszufüllen und damit ein Faxgerät zu füttern, ruft mich doch tatsächlich der Provider-Kundendienst an und erkundigt sich über den Kündigungsgrund. - Nun, weil ich gern in den Genuss der unglaublich schnellen 16MBit kommen will. - Klaro, für fünf Euro mehr im Monat gar kein Thema. - Geht also doch! Und wo war nun eigentlich das Problem?