Bald geht wieder es an die Urne des demokratischen Wahlgewissens! Es ist Superwahljahr, das heißt, es gibt mal wieder polemische Attacken, unverfrorene Versprechungen und feuchtfröhliche Seitenhiebe frei Haus. „Wähl uns und alles wird besser, oder wähle die anderen und Du bist schuld am Niedergang der Zivilisation! Ich trag Dein Kreuz gern, wenn Du es mir gibst…“ heißt es allerorten. Der eingeschüchterte und um das gesellschaftliche Wohl besorgte Bürger macht seine drei Kreuze und hat somit ein kleines Bisschen an der allgegenwärtigen Volksherrschaft teilhaben dürfen.
Spätestens am Wahlabend zeigen dann unverfälschte Statistiken, wer die hohe Kunst des Verlockens, der Versprechungen und des Umschmeichelns am besten beherrschte. Diese Begabung ermöglicht es doch erst, dem einfältigen Stimmzettelausfüller Versprechungen zu machen, die bereits am Abend der Wahl vergessen sind oder selbst bei besten Vorsätzen nie finanziert werden können.
Ich denke, es wird Zeit, dass Greenpeace einschreitet und auch in Deutschland wirksam gegen diesen periodisch stattfindenden Wahlfang einschreitet. Versenkt die Fangkähne dieser moralverliebten Seelenfänger, egal welche Parolen ihre Segel schmücken. Schickt die Spitzenkader auf altrömische Galeeren und stellt einen Trashmetal-Drummer an die Pauke, damit er einheizend den Takt zum Rudern vorgibt.
Oder machen wir’s wie die Belgier und schaffen wir unsere wahlfangerprobte Regierung ab. Hinweg mit diesem göttlichen Personenkreis, der so hochtrabende Eigenschaften wie „sinnlos“, „überflüssig“ und „inkompetent“ auf sich vereint. Die Damen und Herren der Kartoffelstäbchen zeigen doch, dass es ganz gut ohne geht, und das schon fast seit einem Jahr! Die Geschichte von Groß und Klein, Arm und Reich, Gerecht und Ungerecht ist längst erzählt und bedarf keiner zusätzlichen Polemik durch einen änderungsresistenten Haufen regierender Wahlnüsse.