Wetterfrosch`o`logie

Gelangweilte Flugzeuge malen weiße, schnell flockig werdende Linien über den blassblauen Himmel, der sich träge irgendwo da oben festhält, um nicht auf unsere Köpfe zu fallen. Soll ja schon mal vorgekommen sein, genaueres seht ihr sicher irgendwann bei Welt der Wunder.In der morgendlich frischen Luft liegt ein leichter Duft von Kloake, deren unsichtbare Quelle bei zunehmend angenehmeren Temperaturen im Laufe des Tages auch verschnupfte Nasen zum Davonlaufen bewegen dürfte. Bitte erwähnt niemanden gegenüber, dass ich mich hier in einer hochanständige Behörde befinde. Und Gedanken, die sich zwangsläufig bei der Assoziation von Amt und zum Himmel schreienden Gestank ergeben, sind ebenso abwegig wie aus der (übel riechenden) Luft gegriffen. Danke!

Die alte Leuchtkugel am Himmel hat ihren Weg über unseren Himmel begonnen und scheucht erneut müde Schatten und trübe Gedanken quer durch die von der Nacht verlassene Gegend. Dies ruft wiederum unsere gefiederten Schreihälse auf den Plan, welche wie berauscht die ersten Sonnenstrahlen nutzen, um durch das Geäst einiger weniger hölzerner Vertreter der hiesigen Flora zu hüpfen und lauthals ihre Freude über den allmächtig vorherrschenden Frühling durch die von Insekten durchlöcherte Luft zwitschern.

Ein Blick auf’s Radar verspricht eine vorläufig niederschlagsfreie Zeit, andere Niederschlagkarten erweitern die Dürreperiode um weitere Tage. Das Hoffen diverser Grünpflanzen auf wohltuendes Nass wird sich also vorerst als schmerzhafte Enttäuschung erweisen, kein noch so tröstendes Windchen wird an der durstigen Begierde des fest im Erdreich verwurzelten Unkrautes etwas ändern.

Die verlogene Prognose der wie immer völlig überbezahlten Wetterpropheten für die kommenden Tage verspricht angenehme Temperaturen im zweistelligen Bereich, blauen Himmel soviel man essen kann und genug UV-Strahlung, dass der Ruf nach ultrastarker Sonnenschutzcreme die Kassen der Drogeriemärkte klingeln lassen wird.

Das Auf und Ab der Temperaturlinie der Vorhersage erinnert entfernt an den Wellengang einer stürmischen See. Nun ja, für einen Besuch am Meer ist es vielleicht noch zu frisch. Der Wind weht zudem unglaublich unentschlossen und dazu aus jeder verdammten Richtung geweht.

Womit wohl alles gesagt sei und wir uns nun wieder um wichtigere Sachen kümmern können. Der Wetterfrosch quakt noch einmal, dreht sich um und verschwindet in die hinterste und dunkelste Ecke seines Einweckglases.

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