Dunkelgrüne, Angst einflößende Wände, eine schizophrene Bahnhofsuhr, ein paar Bildschirme und davor ein leerer bequemer Bürostuhl – back again! Zurück im Büro, erleichtert und etwas unschlüssig stehe ich mittendrin. Die drei essentiellen „K’s“ fallen in deprimierender Weise durch glänzende Abwesenheit auf. Kein Kollege in Sicht – hatte dieser etwa schon wieder Urlaub? Mir fehlte zum Wachwerden ein frisch gebrühter Kaffee und dazu irgendeine Katastrophe. Diese bitteschön in Form der drei Katastrophen-„T’s“: Telefonterror wegen Totalausfällen in Technik, Software und/oder Nutzerkompetenz. Aber nein, nichts da, totale Stille. Ich schlurfe also hinter meinen Rechner, lasse mich schwerfällig in den Sessel plumpsen und lasse die vergangenen Tage Revue passieren.
Nach einer Woche Abwesenheit vom Büro meiner Träume oder besser: nach gefühlten fünf Wochen Oster-Urlaub empfinde ich nun ein verstärktes Erholungsbedürfnis. Ich atme tief und um Entspannung ringend die bleischwere Büroluft ein. Dem Gewicht des unsichtbaren aber Gott sei Dank immer noch atembaren Gasgemisches scheinen meine müden Augenlider heute nicht gewachsen zu sein. Noch kämpfen sie einen ungleichen Kampf und stemmen sich gegen den Willen der zentnerschweren Büroluft. Momentan gibt es ein wenig Unterstützung durch die Konvektion des Dampfes aus der randvoll gefüllten Kaffeetasse.
Ein pharmazeutisches Kunstwerk in Form einer kleinen weißen Tablette versucht einen nicht näher definierbaren Schmerz in der unmittelbaren Nähe meines Denkorgans zu unterbinden. Aber die gewünschte Wirkung lässt auf sich warten und geduldiges Warten gehört wahrlich nicht zu meinen Stärken. Doch in diesem Fall bleibt mir wohl nichts anderes übrig.
Die Motivation ist irgendwo im Keller und mein Akku pfeift aus dem letzten Loch. Das einzige, was heute an mir in Bewegung ist, dürfte meine Nase zu sein, welche ohne Unterlass am Laufen ist. Wenigstens etwas Elan. Vielleicht nehme ich mir später ein Beispiel an der Nase und laufe hinüber zur Kaffeemaschine, um mich hier meiner üblichen Kaffeesucht hinzugeben.
Weshalb bin ich eigentlich heute so müde? War ich doch gestern zu einer durchaus annehmbaren Zeit ins Bett gegangen. Doch mit dem Schlaf ist das halt so ein Ding. Besonders wenn so viele Ideen durch den Kopf spuken. Das kleine Büchlein mit den Notizen verblieb unangetastet auf dem Nachttisch. Ich nahm mir vor, die besten Einfälle auswendig zu lernen oder auf andere rein mentale Weise diese Gedanken vor dem Vergessen zu retten. Nun, viel Theorie, aber in der Praxis schaut es bekanntlich anders aus: ein leeres, müdes und absolut einfallsloses Hirn füllt meinen schmerzenden Schädel zum Bersten aus, von den schlafraubenden Ideen gibt’s natürlich keine Spur mehr.
Das Wochenende der drei großen „B’s“ ist nun endlich vorbei, Borussia Dortmund ist Meister, Bin Laden ist Tod und im Britischen Empire wurde geheiratet. Auf zum nächsten Buchstaben, dem „C“, welcher an Kreativität einiges mehr erfordert als das langweilige „B“. Cottbus spielt heute Abend gegen Augsburg, ungeheuren Chaos wird’s schon irgendwo auf dieser Welt geben und die Chance auf einen tollen Montagmorgen habe ich wohl mal wieder verpasst. Aber immerhin reiht sich auch dieser Eintrag in eine lange Reihe von Montagsbeiträgen ein, welche auch ohne Montageanleitung einen ähnlich dramatischen Wochenbeginn beschreiben. Aber es ist schön, endlich wieder das geschriebene Wort in den überfüllten Raum zu stellen und dann zu warten, ob irgendwer ungebremst dagegen läuft.