Anders denken

Wer nicht dafür ist, ist dagegen - wer kritisch aufmuckt ist nicht systemkonform. Wer die Medien angreift und Verdrehung der Wahrheit, Zensur und Massen-Manipulation anprangert, wird von eben diesen Medien der Lächerlichkeit preisgegeben. So schaut es mit der Freiheit des Andersdenkenden im real existierenden Marktwirtschaftlich orientierten Rechtsstaat aus.

Für die einen ist er ein Revolutionär, ein Partisan, ein Rebell, der sich von der Allmacht der Obrigkeit nicht einschüchtern lässt und in seinem Kampf alle Mittel einsetzt, die sich ihm bieten.

Für die anderen ist er halt nur ein Terrorist, ein Separatist, ein Radikaler, ein Chaot. Letztendlich kämpft auch er für seine Ansichten und lässt sich durch nichts in der Welt einschüchtern. Selbst in der Wahl seiner Mittel unterscheidet er sich kaum vom multimedial gefeierten Freiheitskämpfer, den zu erwartende Collateralschäden nicht zurückhalten.

Ideologien spielen hüben wie drüben eine große Rolle, jede Seite wähnt die eigenen Weltanschauungen als die einzig wahrhaften. Aber letztendlich bestimmt stets die Seite den Weg unseres Geschickes, welche im Besitz der Massenmedien ist, deren Unabhängigkeit schon allein daher mehr als zweifelhaft ist.

Es schaut also fast so aus als erwartet uns eine Diktatur völlig neuer Art. Sich selbst einen Standpunkt zu bilden, die nicht konform mit der öffentlichen Meinung geht, grenzt einen bereits aus. Äußert man dies auch noch öffentlich, bekommt man einen Stempel verpasst, der gerade aufgrund der Nachhaltigkeit der heutigen Medienlandschaft ewig haften bleibt.

So darf dann der Bürger selbst entscheiden zwischen geheuchelter Anteilnahme, ehrlicher Aktivität und totaler Resignation. Die meisten entscheiden sich, enttäuscht von vielen unerfüllten Hoffnungen, für Letzteres. Kann man es ihnen verübeln?

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