Urlaub zu Hause muss nicht unbedingt das faule Herumliegen auf dem Balkon oder im Garten bedeuten. Wir haben in den vergangenen zwei drei Jahren zunehmend Gefallen am GeoCaching gefunden. Sicher findet sich hier im Blog auch bereits der eine oder andere Text dazu.
GeoCaching ist letztendlich nichts anderes als eine digitale Schnipseljagd mit etwas GPS-Unterstützung und das Ganze findet an der frischen Luft statt. Oder auch „Pokemon Go“ für alte Säcke. Also suchten wir uns einige geeignete Ziele mit halbwegs überschaubarer Marschlänge und nicht zu enormer Geländesteigungen auf der Karte. Das nötige Equipment wurde zusammen gepackt, der Rucksack vollgeladen (schon erstaunlich, was da alles mitgeschleppt wird, aber Vorbereitung ist halt alles) und los ging es.
Das Auto brachte uns in die Eifel, besser in die Vulkaneifel. Da wo es noch aktive Vulkane irgendwo im Untergrund geben soll. Okay, der Untergrund schläft nie, allerdings waren alle Problem, die da auf uns warten sollten ganz anderer Natur. Alles was uns die Vulkane bestenfalls bieten konnten war (und ist immer noch) eine wunderschöne Landschaft, passend zum Urlaub…
Das zu erwartende Wetter schien perfekt für eine derartige Unternehmung. Temperaturen zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Grad, Sonne und gute Laune. Eigentlich wären bei einem solchen Wetter kurze Hosen angesagt. Jedoch geben wir uns hin und wieder lernfähig und trotzten der allgegenwärtigen Zeckengefahr mit langem Beinkleid (und natürlich mit massenhaft Anti-Zecken-Spray auf der Haut).
Im Zielgebiet angekommen stellten wir als erstes fest, dass sich das Gelände doch als recht uneben präsentierte. Aber das kann in einem deutschen Mittelgebirge schon mal der Fall sein. So lange uns unser Weg nicht ständig bergan führte sollte eigentlich alles in Ordnung sein. Ein anderes Problem stellte aber die Sonne dar. Die ersten Kilometer führten uns durch ein Kornfeld, bei dem bestenfalls die Knie in den Genuss von Schatten kamen. Also kam zum emsig genutzten Zeckenspray jetzt noch eine Lage Sonnenöl auf die Haut. Und weiter ging es…
Wir kamen im Grunde auch recht gut voran. Die Stimmung war ausgesprochen angenehm, was sicher auch daran lag, dass wir bei unserer GeoCache-Jagd recht erfolgreich waren. Urplötzlich wurde aus dem Kornfeld bewaldetes Gebiet und unser Weg lag endlich im Schatten. Eigentlich war also alles gut, bis dann…
… ein geflügelter Schwarm stechender surrender Mistviecher über mich hereinbrach. Meiner besseren Hälfte gingen die Viecher gänzlich aus dem Weg, was auf eine gewisse Intelligenz hinweisen könnte. Cleveres Stechfliegenpack! Aber das tröstete mich nur am Rande. Einige der Fliegen ging im Kamikazeflug auf mich nieder, nahmen Nase, Mund und Ohren aufs Korn und trieben mich beinahe in den Wahnsinn. Und kaum glaubte ich, eine Stechfliege erschlagen zu haben kam ein Dutzend weiterer Ungeheuer hinzu.
Am nächsten Cache angelangt, glaubte ich, dass ich beim Eintragen ins Logbuch bei lebendigem Leib aufgefressen werde. Das passierte merkwürdiger Weise nicht. Im Gegenteil, kaum dass ich meine aus wildem Umherfuchteln und –schlagen bestehende Gegenwehr aufgab, ließen die fliegenden Monster von mir ab. Okay, es dauerte sehr sehr lange, bis ich diese überraschende wenn auch sehr merkwürdige Entdeckung gemacht hatte.
Das war in etwa zu der Zeit, als sich der Wald etwas lichtete und uns ein Blick zum Himmel nichts Gutes verhieß. Die dunklen Wolken eines aufziehenden Unwetters sorgten fortan für mehr Tempo und schließlich zur verfrühten Rückkehr zum Auto. Verfrüht heißt in diesem Fall eigentlich „gerade zur rechten Zeit“, denn kaum saßen wir im Trockenen, brach um uns herum das Unwetter los.
Es regnete nicht einfach, es schüttete und das derart, dass wir uns mit dem Auto zeitweilig nicht von der Stelle wagten, weil wir nichts sehen konnten. Später, auf der Autobahn, ging es nur im Schritttempo vorwärts, auch deshalb, weil die Asphaltdecke stark überflutet war und sich tiefe Pfützen hartnäckig auf der Autobahn behaupteten. Viel Wasser halt, aber gut, wir saßen im Trockenen und hatten genug Zeit. Urlaub ist schön, auch im Regen, im Stau und im Wissen, sich mal wieder ausgiebig durch die Natur bewegt zu haben.