Der Kalender des Jahres 2016 hatte so manche Überraschungen parat – die Größte behielt er sich jedoch bis ganz zum Schluß auf. Die gesetzlichen Feiertage am Jahresende, also Weihnachten und Silvester fanden beinahe komplett an Wochenenden statt. Das ist so neu nun wieder nicht, so etwas passiert alle paar Jahre. Leider!
Mindestens genauso übel ist jedoch die Tatsache, dass in Deutschland (anders als etwa in England oder Schweden) auf Wochenenden fallende Feiertage nicht auf die folgenden Arbeitstage verschoben werden. Futsch bleibt also futsch! Pech gehabt, liebe Deutsche, so gut wie etwa die Schweden haben wir es halt hierzulande nicht.
Da 2017 die Reformation in Deutschland ihren 500. Geburtstag feiert, gibt es für unsere katholisch orientierten Bundesländern (und nur für die) einen Feiertag zusätzlich. Richtig toll dabei: sie müssen nicht auf das arbeitsfreie Allerheiligen am 01. November verzichten. Endlich gibts einen Ausgleich für 500 Jahre protestantischer Spalterei.
Es liegt jedoch im natürlichen Wesen von Feiertagen, dass sie der deutschen Wirtschaft unglaublich hohe Verluste bescheren. Dagegen sind Dieselgate und Atomausstieg ganz kleine Lichter. Luther mag ein glanzvoller Theologe gewesen sein, doch von Ökonomie verstand er offensichtlich nicht viel.
Man sollte den führenden Köpfen unserer Volkswirtschaft eine Ladung Papiertaschentücher spendieren. Damit können die verlustgepeinigten Manager ihre Tränen trocknen und die Tücher im Anschluss als Zeichen stillen Protestes nach Allerheiligen an das Tor der Schlosskirche in Wittenberg nageln. Vielleicht gibts dafür in 500 Jahren einen Feiertag zusätzlich.