Ich betrete die Teeküche und stehe unvermittelt meinem Chef gegenüber. Um dem Montäglichen Smalltalk zu entgehen gehe ich direkt in die Offensive. Er möge doch noch einen Moment warten und mich doch zuerst an die Kaffeemaschine lassen. Schließlich habe ich heute noch großes vor und werde die Welt verändern. Oh, er erkundigt sich, wie er mich dabei unterstützen kann. Nun, sollte ich ihn in mein kleines Geheimnis einweihen, dass ich gerade den Kaffee viel dringender benötige als er? Oder das mein Wochenende so mies war, dass ich nicht darüber reden möchte? Nicht jetzt und nicht hier? Also wage ich die Konfrontation und rede davon bestehende hierarchische Strukturen in unserer Arbeitswelt niederreissen zu wollen. Führung ist so was von überbewertet und das Personal mit leitenden Aufgaben völlig überfordert. Es braucht nicht lange bis mein Chef blasser wird und mir den Weg zur Kaffeemaschine frei macht. Ich schrecke hoch, bin ich stehend in der Teeküche eingenickt? Mein Chef stiebst mich an. „Hey schlechtes Wochenende gehabt? Wie willst Du Deinen Kaffee.“ - Oh, ähm, heiß, stark, schwarz! Danke!“ Ganz offensichtlich nimmt hier jemand seine Rolle als Führungspersönlichkeit ernst. Es besteht also noch Hoffnung