Schnarchen

Ich wache auf. Es ist dunkel und wahrscheinlich mitten in der Nacht. Eine total ungünstige Zeit zum Wachwerden. Schließlich ist diese Nacht um sechs Uhr zu Ende. Und weder dem Wecker noch dem üblichen morgendlichen Stress interessiert es wie viel Schlaf ich hatte. Es war kein schlechter Traum, der mich aus dem Schlaf riss. Ich habe auch nicht ungünstig gelegen, so dass irgendein Körperteil laut protestierte. Nein, meine Ohren haben Alarm geschlagen, da umfangreiche Holzfällerarbeiten unmittelbar neben mir, also noch in diesem Bett im Gange sind. Da schnarcht jemand.

klangkreationen, von röcheln bis schmettern - Die letzten Fichten der Eifel werden abgeholzt - - Mein Blutdruck steigt unaufhörlich - Ich versuche es mit „achtsamen Atmens“, ich atme ein, ich atme aus, all meine Gedanken verschwinden, ich konzentriere mich nur noch aufs Atmen… schnarch… es funktioniert nicht - Mein rechter Fuß trommelt nervös auf die Matratze - Ich streiche Esther zärtlich den Oberarm. Die Geräuschtyrannei verebbt augenblicklich, ich atme erleichtert aus. Dann beginnt nebenan im Bett eine neue Symphonie unerhörter Atemgeräusche - Das Schnarchen bekommt eine neue Qualität. Es ist ein Röcheln, dass mit einem schmetternden Ausatmen endet. - Wann muss ich eingreifen, ab wann ist erste Hilfe notwendig, vielleicht sogar ein Luftröhrenschnitt? - Ich prüfe meine eigenen Atemwege. Alles frei Bestens - Ich konzentriere mich wieder nur auf meine Atmung und versuche den eigenen Puls in den Griff zu bekommen - Ob ich mal aus Versehen kneife? Wohin? Egal, Hauptsache Esther wird wach und gibt mir die Zeit einzuschlafen - Angeblich war ich am vergangenen Wochenende angetrunken und bin sofort nach dem zu Bett gehen eingeschlafen. Danach soll ich geschnarcht haben. Letzteres glaube ich mitnichten. Aber das sensationell schnelle Einschlafdn könnte mich künftig zum Zweck-Alkoholiker machen. - Nebenan im Bett ist es nun ruhiger. Der Versuv ist erstmal eingeschlafen. Nur leise brodelt er nicht, bereit jederzeit auszubrechen und mit lauten Schnarcheriptionfn das Schlafzimmer zu tyrannieren