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Etappe 5

Medelpad

Sundsvall

Tag 7 – Sonntag, 01.09.2024; N 62°23'19″ O 17°20'27″

ElchwarnungIn Timrå, wenige Kilometer vor Sundsvall treffen wir auf eine Baustelle an der E4. Es ist bemerkenswert, dass man sich an alle Baustellen erinnern kann, die einem auf einer Tour durch ganz Mittelschweden begegnet sind. Da wäre jene kurz vor Järvsö, als die Umleitung über einen Feldweg erfolgte. Eine weitere Baustelle befindet sich direkt auf der Höga kusten Bron und ich kann mich nicht erinnern, dass ich die Brücke je ohne Baustelle gesehen habe. Und die dritte Baustelle ist hier in Timrå. Auf uns warten noch etwa fünfhundert Kilometer, bevor wir den treuen Ford abgeben werden. Besser wir freuen uns nicht zu früh. Fünfhundert Kilometer bieten noch viel Platz für weitere Baustellen.

Am Freitag sind wir noch haarscharf an Sundsvall vorbeigeschrammt, wenn man den Kurzbesuch des IKEAs in Sundsvall-Birsta als Vorbeischrammen bezeichnen kann. Heute geht's auf der E4 nonstop mittendurch. Zweimal in den vergangenen zwanzig Jahren machten wir Halt in Sundsvall. Bei Esthers bislang letztem Aufenthalt in Skandinavien im Jahre 2012 fuhren wir auf unserer Rückreise mit der Bahn vom Sundsvall nach Stockholm-Arlanda und lernten so den Bahnhof von Sundsvall kennen. Die damalige Bahnfahrt ist mir als sehr angenehm in Erinnerung geblieben. Bahnfahren in Schweden hat was!

Der zweite Besuch dieser Stadt fand im Jahre 2016 ohne Esther statt. Esther war wie schon 2014 daheim geblieben und kümmerte sich während dessen um Haus, Hof und Hund Tosca. Zum 65. Geburtstag meines Vaters unternahmen wir eine Schiffstour vom Sundsvaller Hafen und kreuzten bis zum Dunkelwerden zwischen den Schäreninseln vor Sundsvall. Wie auch auf der Adalen III in den Jahren zuvor gab es ein reichhaltiges Buffet, dass es definitiv verdient hat hier Erwähnung zu finden. Beim nächsten Besuch des nördlichen Schwedens sollte unbedingt ein Besuch von Sundsvall eingeplant werden.

Zurück zur Gegenwart: Gerade fahren wir über die Sundsvallsbron. Die Brücke überspannt den Sundsvallsfjörd. Diese Brücke ist mautpflichtig. Sixt wird uns also noch einige Kronen für die Maut berechnen. Bei unseren erste Besuchen führte die Europastraße 4 noch durch die Innenstadt von Sundvall. Das kostete viel Zeit und der Sundsvaller Bevölkerung den letzten Nerv, wenn bei viel Betrieb auf der E4 der Stadtverkehr zum erliegen kam. Durch die Brücke spart man heute etwa zwei bis drei Kilometer Fahrtstrecke und einiges mehr an Fahrtzeit. Andererseits bekommt man nun nur noch die Vororte der Provinzhauptstadt der historischen Provinz Medelpad zu sehen, fährt über die Brücke und ist schon kurz darauf wieder über alle Berge.

Das Regenwetter sorgt heute dafür, dass wir keine Lust auf Extratouren verspüren, um die Gegend rechts und links der Europastraße 4 besser kennenzulernen. Eben passieren wir einen graubrauner Haufen direkt am Seitenstreifen, der sich bei genauerem Hinsehen als Elch entpuppt. Um einen ziemlich toten Elch genau genommen. Lange liegt er sicher noch nicht dort. Was mag ihm zugestoßen, oder besser, mit ihm zusammengestoßen sein? Ein PKW sicher nicht, der wäre nach der Begegnung mit diesem kapitalen Tier aus eigener Kraft kaum weitergefahren sein. Bei einem Zusammenprall mit einem LKW zieht der Elch deutlich den Kürzeren. Der Fahrer des Mehrtonner hingegen ärgert sich höchstens über ein paar Blechdellen. Zeit für Beweisfotos ist nicht vorhanden, dafür noch einmal umzukehren kommt nicht in Frage. So setzen wir unsere Fahrt gen Süden fort.

Hälsingland

Harmånger

Tag 7 – Sonntag, 01.09.2024; N 61°55'50″ O 17°13'01″

Laut Navi sind es noch ziemlich genau 50km bis zum heutigen Ziel Haga Mini. Wir verlassen die Europastraße und machen halt am Rastplatz Harmånger. Wir haben keinen Hunger, müssen nicht auf die Toilette und dennoch muss dieser Stopp sein. Beinahe unerwähnt lasse ich hier den Umstand, dass wir eine Abfahrt zu früh die Europastraße verlassen und unser Leihwagen ein paar holprige Wege nutzt um letztendlich zum Rastplatz zu gelangen.

Esther auf dem Rastplatz HarmångerDer Grund für unseren kurzen Stopp liegt inzwischen neunzehn Jahre zurück. 2005 waren wir zu sechst auf dem Weg in den Schwedenurlaub. Zu den Sechsen gehörten Esthers Eltern, die beiden Gören Sarah und Lisa sowie wir beide. Die Strecke von der Niederlausitz bis nach Lungvik (nur einen Katzensprung von Ullånger entfernt) legten wir im VW T4 meiner Eltern zurück. Esther fuhr natürlich und um die Fahrt erträglich zu gestalten, kürzten wir die Strecke etwas ab, indem wir die Fähre von Saßnitz nach Trelleborg nahmen, statt den langen Weg durch Dänemark zu nehmen. Unterwegs übernachteten wir zweimal in Hotels, jeweils in Jönköpping und Stockholm, so dass die Fahrt täglich auf einige Stunden begrenzt war. Natürlich kann man die Strecke von etwa zweitausend Kilometern auch in einem Rutsch fahren, aber das muss jeder für sich alleine entscheiden.

Auf der Hin- und später auf der Rückreise wurde am Rastplatz Harmånger Rast gemacht. Ein Einweg-Grill kam zum Einsatz und wir machten das feinste aller feinsten Picknicks. Dies wurde seinerzeit auf Fotos festgehalten und ist somit bestens im Gedächtnis geblieben. Da war die Stelle am Toilettenhäuschen, wo Lisa aus dem T4 sprang und mein Fotoapparat sie mitten im Sprung ablichtet, so dass sie auf dem Foto für ewig in der Luft verharren muss. Der Picknick-Platz direkt am Fluss hat sich nicht geändert. Tisch und Bänke sehen aus wie vor zwanzig Jahren. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Das Wetter war 2005 deutlich besser als heute. Heute regnet es leicht bei dreizehn Grad Celsius.

Am Rastplatz befindet sich ein ICA-Supermarkt. Die nächste Unterkunft ist fast erreicht und dort müssen wir uns selbst verpflegen. Eine tolle Motivation zum Einkaufen, besonders, da heute Sonntag ist und die Geschäfte in Schweden heute auch geöffnet haben. Fragt man nach dem Grund, dann gibt es meist folgende Erklärung: wenn Krankenschwestern am Sonntag arbeiten müssen - können die Supermärkte am Sonntag ebenfalls geöffnet sein. Wir kaufen das übliche ein, also das, was wir stets kaufen, wenn wir in Schweden nicht verhungern wollen. Da wäre das beliebte weiche Dünnbrot, eine Tube Kalles (ein Brotaufstrich aus Kaviar), gesalzene Lätta, drei sehr kleine Gläser mit verschiedenen Marmeladen und ausreichend Getränke für die kommenden zwei Tage. Nicht im Einkaufswagen landete leider die HP Original Brown Sauce, welche ich eigentlich sehr mag und die es daheim nirgends zu kaufen gibt. Einzig bei einigen Online-Händlern, etwa auf Amazon, kann man die Sauce in der 250ml-Flasche zu einem Spottpreis von etwa acht Euro kaufen. Hier im ICA kosten die Viertelliter-Flasche dreißig schwedische Kronen, also rund drei Euro. Die Glasflaschen wiegen allerdings nicht wenig und Übergewicht ist bei der Heimreise keine Option. Gerne stelle ich die Flasche nicht zurück ins Regal.

Enånger

Tag 7 – Sonntag, 01.09.2024; N 61°32'31″ O 17°01'54″

Dieser Sonntag ist verregnet, die Landschaft wirkt grau und man frag sich was man hier im gefühlten Nirgendwo verloren hat. Ein paar Kilometer hinter Hudiksvall verlassen wir die E4. Wir rollen durch das verträumte Nest Enånger und staunen darüber, dass die Ortschaft eins mit dem Wald ist. Wenn man nicht Haus an Haus baut, sondern genügend Freiraum lässt, dann haben es Bäume leicht Fuß zu fassen. Hier in Enånger hatten es die Bäume anscheinend besonders leicht, denn erst am Ortsrand lichtet es sich und einige Äcker zeugen von einer landwirtschaftlichen Nutzung.

Dieser trübe Tag ist noch jung und lockt trotz des unwirtlichen Wetters zu einem kleinen Abstecher ans große Wasser. Statt die heutige Unterkunft anzusteuern, ignorieren wir sämtliche gut gemeinte Weisungen des Navis und fahren zur Borka Brygga - einem Freizeithafen mit einem überaus guten und offensichtlich regional recht bekannten Fischrestaurant. Die Facebook-Seite des Restaurant hatte ich in den vergangenen Monaten öfter besucht und die Speisekarte studiert. Nun bin ich voller Vorfreude und Zuversicht, dass dieses Restaurant das Zeug hat unser Highlight während unsere Aufenthaltes in Enånger zu werden.

Freizeithafen Borka BryggaWir finden schnell zum Freizeithafen. Das umliegende Terrain ist während der Saison ein großer Campingplatz, der dem Restaurant an der Borka Brygga sicher gute Umsätze einbringt. Kurz darauf erfahren wir, dass das Restaurant seit Samstagabend, also gestern, bis zum Beginn der kommenden Saison 2025 geschlossen ist. War ja klar! All die Vorfreude war umsonst. Aber das erklärt wenigstens, warum dieses Fischrestaurant auf seiner Facebookseite einen Surströming-Abend in der vergangenen Woche ankündigte. Nun können die Räumlichkeiten ein gutes halbes Jahr auslüften.

Neben einer Übersichtskarte wird in mehreren Sprachen diese Region beschrieben, so auch in Deutsch. Man erfährt, dass sich diese Region zwischen Gävle und Hudiksvall Jungfrauenküste nennt und staunt was es nicht alles gibt in Schweden. Über 4500 Inseln sollen die Jungfrauenküste am Bottnischen Meerbusen säumen. Das ist durchaus beachtlich, wenn man bedenkt, dass sich diese Küstenlinie über weniger als 150 Kilometern Luftlinie erstreckt. Es tröpfelt wieder. Was Wollen wir hier noch? Wir verlassen den fast verlassenen Hafen in die entgegengesetzte Richtung aus der wir kamen.

Haga MiniEtwas außerhalb von Enånger liegt der Ortsteil Haga, der aus einigen wenigen Gehöften besteht. Diesen auf der Karte zu finden ist nicht so schwer. Schwieriger hingegen ist es, Haga Mini ausfindig zu machen. Unsere Gastgeber haben uns aus diesem Grund ein Foto zukommen lassen, so dass wir das richtige Gebäude auch sofort finden. Gleich vorneweg: Haga Mini ist kein Hotel. Unsere Unterkunft ist eine von mehreren Wohnungen in einem langgezogenen zweistöckigen Haus. Der Zugang zur oberen Etage erfolgt über außen liegende Treppen. Haga Mini ist also der Name unserer Unterkunft im oberen Stockwerk dieses Gebäudes. Die Wohnung direkt darunter heißt (beinahe selbsterklärend) Haga Maxi.

Das „Apartment“ besteht aus einem sehr karg eingerichteten Zimmer mit Bad. Im Zimmer stehen zwei einzelne Betten im rechten Winkel zueinander, ein Tisch mit zwei Stühlen und einer durchaus ausreichend eingerichteten Studentenküche. Es gibt weder Radio noch ein TV-Gerät. Das Bad ist eng, aber wenigstens müssen wir es mit niemanden teilen. Ein Highlight des Zimmers stellt eine interessante Wanduhr dar. Zeiger wie auch die Stundenmarkierungen sind direkt an der Wand befestigt, so dass diese Uhr sich im sichtbaren Bereich auf das absolute Notwendigste beschränkt. Die Wanduhr sieht klasse aus, aber sie funktioniert nicht, weshalb darüber kein weiteres Wort verloren werden soll.

A-TraktorDa das Toilettenpapier den Eindruck erweckt, dass es unmöglich zwei Tage reichen wird, steigt die Motivation uns ein weiteres Mal dem Shopping-Wahn hinzugeben. Das Auto bringt uns ins Zentrum von Enånger, wo ein Coop Wurzeln geschlagen hat. Auf dem Parkplatz vor dem Coop steht ein typischer Vertreter der A-Traktoren. Ein großer blauer Pickup mit dem eindrucksvollen roten Dreieck steht dort und wartet auf seinen Fahrer. Wir kaufen löslichen Kaffee, Toilettenpapier und einige andere Sachen, wie etwa zwei Stücken Kuchen zum Kaffee.

Alte Kirche von EnångerErneut hat Esther einen Geocache in der Nähe ausgemacht. Der Cache soll etwa dreihundert Metern Luftlinie entfernt sein. Also bleibt das Auto fürs erste auf dem Coop-Parkplatz stehen. Wir gehen zu Fuß zu einer alten Kirche am Ortsrand, Enångers gamla kyrka, an der ein GeoCache versteckt sein soll. Die Kirche ist eine kleine Sehenswürdigkeit und Wallfahrtsort zugleich. Sie besitzt wie die meisten Kirchen auf dem Land keinen Glockenturm. Allerdings gibt hier auch keinen freistehenden externen hölzernen Glockenturm, wie es oft der Fall ist. Erst bei der Suche nach dem GeoCache-Versteck entdecken wir ein hölzernes Gestell mit einer Glocke, bzw einem Glöcklein. Das GeoCache-Versteck ist im übrigen schnell entdeckt und so machen wir uns auf den Rückweg zum Auto.

EnångerAuf dem Rückweg zum Parkplatz fällt uns ein Schild „Loppis“ (Trödel) auf. Mit Speck fängt man Mäuse, mit Trödel mich! Das Schild ist an einem normalen Wohnhaus neben der Garageneinfahrt befestigt. Esther ist nicht zu bewegen einen Blick in die Garage zu werfen, also fühle ich mich verpflichtet allein dieser Geschichte nachzugehen. In der Garage befindet sich ein Selbstbedienungsladen. Auf drei Seiten stehen gut gefüllte Holz-Regale und selbst in der die Mitte des Raumes gibts Ablagen auf denen Spielzeug, Geschirr, Bekleidungsstücke und jede Menge anderer alter Plunder zum Kauf angeboten werden. Nichts davon interessiert mich. Hätte ich etwas kaufen wollen, dann wäre die Bezahlung in Bar (durch einen Schlitz in der Wand) oder über Swish möglich. Über Swish sind wir bereits ein paarmal gestolpert. Dazu später ein paar Worte mehr. Nun habe ich mich endlich mal in einem dieser Loppis-Läden umgesehen, von denen es gefühlt in jedem schwedischen Ort einige zu geben scheint. 2012 besuchten wir ein Antiquitätengeschäft in der Nähe von Härnösand. Das Angebot dort beschränkt sich auf all das, was beim Entrümpeln alter Häuser entdeckt wurde und eine gewissen Wert hat. Hier im Loppis handelt es sich um Plunder, der beim Entrümpeln von Kinder- und Jugendzimmern anfällt, zuzüglich natürlich von altem Kram, mit dem man nichts mehr anzufangen weiß. Wirklich von Wert ist hier kaum etwas.

Wir spazieren zum Auto zurück. Ein Ziegenbock prangt als Metallschild an vielen Häusern hier in Enånger. Schon während unseres kurzen Zwischenhalts in Järvsö fiel uns der Ziegenbock neben den Hauseingängen auf. Eben jener Ziegenbock ist seit etwa fünfhundert Jahren das Wappentier der historischen Provinz Hälsingland. Die heutigen Länder Västernorrland (Västernorrlands Län), Gävleborg (Gävleborgs Län) und in Teilen Jämtland (Jämtlands Län) liegen im Großen und Ganzen auf dem Gebiet von Hälsingland.

Wir haben seit unserer Ankunft Probleme mit dem WLAN. Es funktioniert nicht und allein mit dem leben zu müssen, was unsere Smartphones liefern, ist etwas zu wenig. Das WLAN ist mit Abstand die modernste Einrichtung in unserem Zimmer. Gefolgt von einem Dimmer für die Badbeleuchtung. Mal ehrlich - wer braucht einen Dimmer im Bad? Für romantische Abende unter der engen Dusche? Der Gastgeber bekommt das Problem mit dem WLAN irgendwann in den Griff. Wir brauchen uns also keine Gedanken darüber machen, wie wir die verregnete Zeit hier in der Haga Mini hinter uns bringen.

Zum Abendessen gibt es heute die Bratwurst aus dem Lidl in Örnsköldsvik. Dazu gibt es einen in der Wahrnehmung unterschiedlich bewerteten Kartoffelsalat. Esther fand ihn langweilig, mir hat er geschmeckt. Als ob wir jemals einer Meinung in Bezug auf einen guten Kartoffelsalat gewesen wären. Zugegeben, welche Frau mag es schon, wenn ihr Gatte den Kartoffelsalat seiner Mutter vergöttert. Das birgt zwischenmenschlichen Sprengstoff, aber knapp dreißig Jahre Ehe zeigen auch, dass man auch damit ganz gut klarkommen kann.

Die Jungfrauenküste

Tag 8 – Montag, 02.09.2024; N 61°32'31″ O 17°01'54″

Unsere zweite Woche in Schweden hat begonnen. Im Trash-TV würde an dieser Stelle die Zusammenfassung der vergangenen Woche einen wesentlichen Teil der Sendezeit belegen. Außerdem hätten die Filmemacher den Sonntag mit einem Cliffhanger enden lassen, in welchem ich schniefe oder huste und der den Zuschauer im Unklaren lässt, ob ich diesen Anfall des „Tödlichen Männer Hustens“ überhaupt überlebe.

Drama beiseite - ich lebe natürlich noch, denn dies ist natürlich keine TV-Serie und mein „Tödlicher Männer Husten“ ist eine real existierende Erkältung, auf die ich im Urlaub (und nicht nur da) gern verzichten würde. Meine Reibeisenstimme wirkt offensichtlich nicht sonderlich sexy auf Esther, die kaum eine Chance ungenutzt lässt mich mit Pfefferminztee abzufüllen. Und damit rein in den Montag, wir befinden uns seit gestern erneut im Hälsingland, genauer in Enånger und das Wetter ist wie angekündigt mies. Es regnet. Wir haben halt Montag - kalendarisch wie auch meteorologisch! Es ist grau, demotivierend und wie im normalen Arbeitsleben habe ich nur einen Wunsch: Ich will zurück in mein Bett.

Während ich noch unter der Dusche stehe, macht Esther das Frühstück und versucht sich erneut im Eierkochen. Um genau zu sein: sie macht das gut. Anders als daheim sind die Frühstückseier hier auf den Punkt. Zum Frühstück gibt's Dünnbrot, Käse, Marmelade und löslichen Kaffee.

Nach dem Frühstück machen wir genau das, was für heute geplant ist - nämlich nichts. Es gibt hier einige interessante Geocaching-Touren, mit Hudiksvall eine Stadt mit einem hübschen alten Ortskern und in Söderhamn ein Flugzeugmuseum, welches mir mein Bruder empfohlen hat. An Ideen mangelt es offensichtlich nicht. Doch wir entschließen uns das Regenwetter durch pures Nichtstun zu geniessen. Wir bleiben also in der Haga Mini und machen es uns bequem auf den Betten. Irgendwo im mittelprächtig besiedelten Nirgendwo Schwedens erleben wir gerade das ganze Gegenteil eines All Inclusive Luxus-Urlaubs. Statt Longdrinks gibt's Pfefferminztee. Ein Animationsprogramm findet im Haga Mini quasi nicht statt. Keine Karaokebars, keine Beachball-Partys und nirgendwo wird man zum Zumba aufgefordert. Hier ist Eigeninitiative gefordert. Esther hat sich eigens für solch chillige Momente ein Buch mitgebracht. Dank WLAN können wir auf die üblichen Streaming-Portale zugreifen, so dass ich mich weiter dem Studium der Dunklen Seite der Macht zuwenden kann und mir bei Disney+ eine Star Wars-Episode nach der anderen anschaue.

BruchbudeAm frühen Nachmittag legt der Regen eine Pause ein. Höchste Zeit für uns mal nach draußen zu gehen. Frischluft ist bestimmt keine schlechte Medizin wenn man so schrecklich wie ich leidet. Da waren einige Waldwege, die ich beim Kartenstudium dieser Gegend gesehen habe und die schauen wir uns nun etwas genauer an. Abseits der Straße ist es natürlich richtig nass. Wir kommen an einem einsturzgefährdetes Gebäude vorbei, dass so richtig urig wirkt, dass man beinahe Lust darauf hat, hier Hand anzulegen. Schaut man aber genauer hin, dann wird es offensichtlich, dass der Verfall hier nicht mehr aufzuhalten ist. In den kommenden Monaten wird ein Balken nach dem anderen aufgeben und das Haus zu einer hölzernen Ruine werden, die sich die Natur Stück für Stück einverleibt.

Wir biegen rechts in einen Waldweg ab und gehen an einem schicken Holzhaus vorbei. Ein kleiner Betrieb schließt sich an und danach gibt es nur noch Natur. Im nassen Bewuchs des Weges müssen wir uns vorsehen, um keine feuchten Füße zu bekommen. Ein paar gelbe Flecke in der ansonsten üppigen grünen Flora stellen sich als Pfifferlinge heraus. Und ein paar Meter weiter gleich die nächste Pilzkolonie. Wir lassen die Pilze wo sie sind. Soll sich jemand anderes über die Pfifferlinge freuen. Die Luft ist in der Tat wundervoll nach dem Regen, allerdings mit grad mal 12 Grad auch recht frisch. Genau damit hatten wir schon gerechnet und entsprechende Kleidung eingepackt. Schließlich hatten wir vier Koffer zu füllen. Aber nasse Hosenbeine brauchts trotzdem nicht.

Esther und der SteinschneemannDie Straße ist wieder erreicht. Auf der gegenüberliegenden Seite entdecken wir eine Lichtung, hinter der Esther die Ostsee vermutet. Also schauen wir nach. Als erstes flirtet Esther jedoch mit einem steinernen Schneemann, der sich unweit der Straße im niedrigen Gestrüpp langweilt. Richtig fotogen wirkt dieser Zwergfelsen, auch wenn das Licht nicht recht mitspielen möchte.

FlechtenDie Lichtung outet sich als wilde Schonung verschiedenster Laub- und Nadelbäume und wird am entgegengesetzten Ende von einem Hügel begrenzt, auf dem eine steinalte Kiefer thront. Und da hinter soll also die Ostsee sein? Das wollen wir natürlich herausfinden und steigen den Hügel hinauf. Steinig ist der Weg nach oben, gesäumt von kleinen Bäumchen, Flechten und Blaubeerbüschen. Blaubeerbüschen mit reifen Früchten, die darauf warten gepflückt zu werden. Die Ostsee bekommen wir auch von hier oben nicht zu sehen. Ein paar Beeren pflücke ich und teile diese unter uns auf. Einige niedrige Kiefern mit sehr langen Nadeln ziehen meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich beschließe ein paar Kienäpfel einzusammeln. Keine Ahnung was ich damit will. Mein heimischer Garten ist viel zu klein angesichts der vielen Pflanzensamen die ich von überall mit nach Hause bringe. Nun, haben ist besser als brauchen. Oder?

Swish

Tag 8 – Montag, 02.09.2024; N 61°32'31″ O 17°01'54″

Vor vielen Wochen gab es kurz nach unserer Zimmerbuchung eine nette Mail der Gastgeber, die darauf hinwiesen, dass wir in der Haga Mini Selbstversorger sind. Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass es auf der anderen Straßenseite, keine zweihundert Meter von der Unterkunft entfernt, eine Fischräucherei gibt. Geräucherter Fisch schmeckt immer und man kann ihn eigentlich zu jeder Tageszeit essen. Deshalb beschließen wir, dass heute Abend Fisch aus dem Räucherofen auf den Tisch kommt. Irgendetwas müssen wir schließlich essen. Mit meiner Erkältung wollen wir die Besucher irgendeines Restaurants nur ungern belästigen.

Also biegen wir nach unserem kleinen und feinen Spaziergang in eine schmale Straße gegenüber der Einfahrt zur Haga Mini ab und kommen nach etwa zweihundert Metern auf einem abgelegenen Hof an. Mein erster Blick ruht auf einem Schneemobil. Tolles Gefährt! Wie viele dieser Dinger hab ich bislang in meinem Leben gesehen? Vielleicht eines oder zwei. Aber mehr sicherlich nicht. Esther hat leider wenig Verständnis für die Technikbegeisterung ihres Ehegatten und drängt mich das Herumstöbern auf diesem fremden Hof sein zu lassen und statt dessen endlich den Laden zu betreten. Willenlos ergebe ich mich und folge ihr in den Verkaufsraum eines kleinen Fischereibetriebes.

Überrascht stellen wir fest, dass es sich hier um einen Selbstbedienungsladen handelt. Ein Kühlschrank mit Glastür präsentiert das Angebot, dass mit etwa einem halben Dutzend verschiedenen Fischsorten nicht sonderlich umfangreich aber völlig ausreichend ist. Die Preisliste sagt, dass guter Fisch selbst direkt an der Küste seinen Preis hat. Wir suchen uns ein schönes Stück geräucherten Lachs aus und entscheiden uns zudem für eine kleine Dose Aioli. Das zusammen mit dem Dünnbrot wird sicher eine leckere Mahlzeit abgeben.

Unser Abendessen haben wir, nun geht's ans Bezahlen. Hier wäre erneut eine Möglichkeit das noch vorhandene Bargeld loszuwerden! Allerding war keine Kasse zu entdecken. Selbst für eine Kartenzahlung finden wir nirgendwo eine Möglichkeit. Lediglich ein DIN A4-grosser Aushang weist auf die Bezahlmöglichkeit mit „Swish“ hin. Swish also. Das erfordert eine kurze Erläuterung dieser Bezahlmethode!

Swish ist eine Bezahlart, die man in Deutschland wohl am Besten mit PayPal vergleichen kann. Statt einer Email-Adresse kommt bei Swish eine Ziffernkombination zum Einsatz, die auch als QR-Code angeboten wird. Zahl oder Code wird in die Swish-App eingegeben und anschließend gibt man den zu überweisenden Betrag ein. Das wars schon. Kurz darauf erscheint auf dem Display ein animiertes Bild, das als Beweis für den erfolgreichen Bezahlvorgang dem Verkäufer vorgezeigt werden kann. Geht schnell, ist unkompliziert und ist für uns deutsche Touristen absolut nicht verwendbar. Denn um Swish nutzen zu können, benötigt man zur Authentifizierung eine schwedische BankID. Diese bekommt man als schwedischer Staatsbürger und in Ausnahmefällen als „Nicht-Schwede“, wenn man in Schweden Steuern zahlen muss. Trifft alles nicht zu bei uns. Verrückt! Und nun?

Wozu habe ich einen Bruder mit einer doppelten Staatsangehörigkeit? Für irgendetwas muss der Kerl zu Nutze sein. Ich berichte ihm per WhatsApp in aller Kürze von unserem Dilemma. Mark liest die Mitteilung glücklicherweise sofort und fragt nach Swish-Code und Preis. Er begleicht unsere Rechnung bei der Fischräucherei über Swish und wir unsere Schulden bei Mark unmittelbar darauf per Paypal. Womit wir uns den Fisch heute Abend gutschmecken lassen können.

Bevor die Frage nach der bereits erwähnten finalen Animation in der Swish-App aufkommt, nun, wäre just in diesem Moment der Fischverkäufer hereingeschneit, dann hätten wir nun ein Problem. Da Mark unsere Rechnung bezahlt hat, flattert jene Bestätigungsanimation über seinen Handybildschirm in etwa zweihundertfünfzig Kilometern Entfernung. Das ist ziemlich weit weg, um das dem neugierigen Verkäufer unter die Nase zu halten. Gut, der Fisch ist ja bezahlt und solche Missverständnisse lösen sich in der Regel schnell auf. Zumal der Verkäufer sofort über Swish eine Mitteilung erhält, wenn eine Bezahlung erfolgt.

Aber es erscheint niemand und so habe ich noch kurz Zeit das mit dem animierten Bild zu erklären, obwohl der Sinn dahinter längst klar sein sollte. Ursprünglich gab es bei Swish eine normale Grafik als Beleg für die erfolgreiche Überweisung. Doch dieses System war recht betrugsanfällig. Besonders Findige mit einem gewissen Hang zu krimineller Energie haben einfach Fake-Screenshots gebastelt und damit Swish-Überweisungen nachgewiesen, die gar nicht stattgefunden haben. Mit einer Animation ist diese Art von Betrug deutlich erschwert worden. Aber zu Zeiten künstlicher Intelligenz ist es nur eine Frage der Zeit, bis Betrüger auch diese Art des Zahlungsnachweises missbrauchen können. Unseren Fisch haben wir und damit treten wir nun den Heimweg an.

Der weitere Abend ist geprägt vom übermäßigen Konsum heilendem Pfefferminztees und dem Verspeisen des Räucherlachses. Ansonsten strecken wir alle viere von uns und tun einfach mal nichts. Sicher hat auch die Erkältung ihre Finger im Spiel, wenn ich heute viel zu früh im Bett lande. Die Zeit bis zum Einschlafen wird sinnvoll genutzt, in dem Wissenslücken durch das Anschauen von Star Wars auf dem Tablet geschlossen werden.

Frühstückseier

Tag 9 – Dienstag, 03.09.2024; N 61°32'31″ O 17°01'54″

Wir schreiben Tag 9 und damit den vorletzten Tag in selbstbestimmter Bewegungsfreiheit durch die schwedischen Landen. Machen wir das Beste draus. Aufstehen, duschen, Tischdecken - und schon wieder macht Esther das Frühstück. Wie schon am gestrigen Montag stehe ich zur selben Zeit unter der Dusche und genieße das warme Wasser. Man kann über die wenig komfortable Dusche sagen was man will, sie macht ihr Ding. Bevor diese Sätze eines Tages in einem Drehbuch landen und irgendein Schauspieler mich verträumt die Dusche genießend darstellt - so doll war das Duscherlebnis auch wieder nicht. Kopfkino aus!

Esther hat inzwischen ein hervorragendes Frühstück auf den Tisch gezaubert. Es gibt zwar keine Wurst, nur eine Sorte Käse, weder gebratenen Speck, noch Rührei oder Pancakes. Die Frühstückseier sind erneut perfekt getroffen. Den Salzstreuer hab ich zwei Bissen lang gut im Griff. Beim dritten ertränkt das Salz das Eigelb. Egal, auch da muss man nun durch.

Die Erkältung befindet sich Dank des in Massen getrunkenen Pfefferminztees spürbar auf dem Rückzug. Das Schlimmste liegt hinter mir und mit dem Rest sollte ich klarkommen. Nach dem Frühstück wird die Bude auf Vordermann gebracht. Die Bezeichnung „Bude“ trifft es bei dieser Unterkunft ganz gut auf den Punkt. Haga Mini ist von einer schlichtheit, mit der viele klarkommen werden, die ihren Anspruch an Komfort sehr weit herunterschrauben können. Wir sind dafür möglicherweise doch schon einen Tick zu alt. Vor dreißig Jahren hätte das besser gepasst, dessen bin ich mir ziemlich sicher.

Ich nutze einige Momente zwischen Kofferpacken, Abwaschen und Kofferverladen und mache ein paar Fotos rings um unsere Unterkunft. Hinter dem Haus befindet sich fast wie selbstverständlich der Abstellplatz mehrerer Schrottautos. Von unserem Zimmer hatten wir bereits besten Blick auf den Schrottplatz des Besitzers vom Nachbargrundstück. Ein silberfarbener Ford F 150 Ranger aus den späten 80er Jahren hat mir davon echt gefallen. Einige Roststellen waren offensichtlich, aber mal kurz drüber poliert und der sieht wieder wie neu aus.

Doch nun stehen die Zeichen auf Abschied. Ein Koffer nach dem anderen landet im Kofferraum unseres Fords. Ob dieser Ford Focus in dreißig bis vierzig Jahren ähnlich kultverdächtig in einer Ecke steht und von Urlaubern angeschmachtet wird? Wir hinterlegen den Zimmerschlüssel im Mini-Schlüsselsave und kurz darauf ist Haga Mini und zwei beinahe verkorkste Urlaubstage Geschichte.

Ångersjöns Badplats

Tag 9 – Dienstag, 03.09.2024; N 61°31'04″ O 16°58'33″

Der gestrige Regentag wirkt nach. Es ist diesig und ähnlich frisch wie gestern. Gleichzeitig sind im kaum 250 Kilometer entfernten Uppsala über zwanzig Grad für heute vorhergesagt. Das mag man beim besten Willen kaum glauben. Aber wenigstens ist es aktuell trocken.

Der Plan für den heutigen Vormittag: Wir fahren zum Ångelsjön, einem See in der Nähe von Enånger und werden diesen auf einer etwa sechs Kilometer langen Wanderung umrunden. Im so genannten Listing wird der Weg überwiegend aus Schotterpiste und Asphaltweg beschrieben. Eine kurze Tour eben, und etwa zwei Stunden später werden wir nach Uppsala in die Wärme aufbrechen. So jedenfalls der Plan.

Weit fahren wir also nicht, kurz nach der Auffahrt zur E4 folgt der Rastplatz Ångelsjön am gleichnamigen See. Wir stellen das Auto ab und begeben uns auf die Jagd. Genau genommen handelt es sich um eine Serie zusammengehöriger Geocaches, die rund um den See versteckt sind. Finden wir einen Cache, dann tragen wir uns in das Logbuch vor Ort ein. Einige Logbücher enthalten zudem Bonusmarkierungen, die komplettiert uns zu einem Bonus-Cache führen kann. Womit in Kürze das wesentlichste über unser heutiges GeoCacing-Abenteuer erklärt wäre.

Der erste Cache gehört noch nicht zur eben genannten Serie von Caches. Und gleich zu Beginn suchen wir vergeblich. Sind wir mit Blindheit geschlagen? Gibt es den Cache nicht mehr? Wir halten uns hier nicht länger auf und gehen nach recht intensiver Suche weiter, verlassen den Wald und werden auf einem Pfad zu einem Strand geleitet. Eine Art hölzernes Portal begrüßt uns hier. Ein Schild mit einem QR-Code und dem Swish-Logo zeigt, dass hier nicht alles kostenlos ist. Wahrscheinlich muss man zum Angeln an diesem See eine Angelkarte erwerben. Ähnlich wie in Rotsidan gibt es auch hier eine öffentliche Feuerstelle. An den Toiletten sehe ich ein Gatter mit Holzscheiten. Kurz darauf gelangen wir in die Nähe des Campingplatzes. Eine Saunahütte stellt für mich das Highlight des Platzes dar. Zwei Wohnmobile zeigen, dass der Campingplatz noch nicht ganz unbewohnt ist. Hier finden wir endlich den ersten Geocache unserer Serie.

Nicht weit hinter dem Campingplatz biegen wir auf einen Waldpfad ab, der es in sich hat. Steinig, matschig, verwurzelt und mit hohem Bewuchs. Keine Spur eines halbwegs normalen Wanderweges, schon gar nicht von einem Schotter- oder Asphaltbelag. Wir kommen auf dem Naturpfad nur langsam voran, finden aber nahezu jeden einzelnen Geocache. Nur zwei der achtzehn haben wir am Ende nicht entdeckt. Dazu gibt es unglaublich viel Natur zu sehen. Insgesamt müssen wir fast zwei Kilometer im schwedischen Dschungel zurückzulegen, bevor es schließlich auf den besagten Schotter- und Asphaltwegen weitergeht. Kurz bevor wir unsere Runde am Parkplatz beenden fängt es leicht zu regnen an. Wir lassen daher die Suche nach dem Bonuscache sein und schauen, dass wir halbwegs trocken zum Auto zurückkehren.

Kaum sitzen wir im trockenen Auto beginnt der Regen etwas stärker. Ein Blick auf die Wettervorhersage für Uppsala zeigt nach wie vor zwanzig Grad und Sonne. In etwa drei Stunden werden wir sehen, was von dem schönen Wetter dort noch übrig ist. Esther lenkt den Ford vom Parkplatz und fährt auf die Europastraße 4 in Richtung Stockholm. Die nächsten zwei Stunden geht es nun strikt in südliche Richtung. Auf dem Handy erscheint die Nachricht unseres nächsten B&B-Hotels. Dort ist man ist neugierig, zu welcher Zeit man mit uns rechnen kann. Gleichzeitig gibt es den Zugangscode für die Eingangstür. Und zuletzt erfahren wir, dass wir in unserer nächsten Unterkunft erneut mit einer Gemeinschaftstoilette und -Dusche vorlieb müssen. Wir sind bedient. Aber da müssen wir nun durch.

Die E4 ist lange Zeit dreispurig, was das Überholen langsamer LKWs etwas erschwert würde, wenn mehr Verkehr unterwegs wäre. Dem ist aber nicht so, deshalb fliegen wir mit maximal erlaubter Geschwindigkeit an Söderhamn und Gävle vorbei und machen noch nicht einmal am Rastplatz Tonnebrö halt.