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Erwartungen werden meistens enttäuscht

Manchmal kommt mir das Schreiben wie das Verputzen einer Hauswand vor. Krone Angst, ich hab das eigentlich noch nicht selbst gemacht, aber schon recht oft dabei zugesehen. Der Verputzer versenkt seine Kelle in den Mörtelbehälter, greift sich dabei eine ansehnliche Menge der grauen Pampe und ran damit an die Wand. Und gleich noch mal. Die Kelle vetschwindest im Trog und fördert eine gute Idee zu Tage. Und rein damit in den Text. Klatsch und jede Menge Spritzer verteilen sich ringsumher. Die nächste Kelle bringt eine weitere Idee ans Licht und knallt sie unkommentiert, unzensiert und unformatiert an die Wand. Irgendwann ist die Wand über und über mit Gedanken, Ideen und wohldurchdachten Formulierungen belegt. Der Verputzer lehnt sich zurück und weiß, dass dieser Arbeitsschritt gelungen ist, aber dennoch noch viel Arbeit übrig bleibt, bevor der Wandputz ansehnlich ist. Er nimmt ein Schleifbrett und zieh dieses über den grauen Brei an der Wand, auf dass diese allmählich die vorherbestimmte Form bekommt. Aus vielen einzelnen Ideen wird eine Gesamtheit. Er schleift hier und dort, bessert auch einige Dtrllen komplett aus und dennoch. Bevor er zu einer finalen Überarbeitung kommt, nimmt er sich Zeit, betrachtet alles in Ruhe, schläft noch einen drüber und kommt dann zu einer detailreichen Überarbeitung, dem Schlussakkord. Dies wird keine einfache glatte Wand. Dies ist eine Mauer mit Stil und Macken. Mit Kanten und feinen Kurven. Und all dies arbeitet er der Wand ein und haucht ihr damit Leben ein. Die Art Leben, die kein Kommen und Gehen kennen, sondern immer schon da war und auch ewig existieren wird. Dann, eines Tages, der Künstler steht vor seiner Wand. Er erinnert sich wie alles begann, welch Höhen und Tiefen er durchlebt hat und genießt das Ergebnis seiner Arbeit Da ertönt die Stimme des Vorarbeiters: „Wusch, was soll denn das schon wieder sein? Man, der Auftrag lautete niedriger Gartenzaun! Und nicht eine zwei Meter hohe Mauer ums ganze Grundstück. Was geht nur in deinem Kopfe um? Reiss das ganze normal ab und morgen fängst Du noch einmal von vorne an.

Alt geworden

Nun, wo doch so einige Jahre ins Land gezogen sind und man sich ertappt hier und da Review zu ziehen, da ist natürlich auch Platz für ein paar gar nicht so tiefgründiger Gedanken. Das Zunehmen einer intoleranteren Wahrnehmung meiner Umwelt sagt mir, dass ich so gar nicht auf dem Weg zu mehr Ruhe und Gelassenheit bin. Es mag vielleicht ein minimales positives Licht auf mich werfen und vielleicht etwas Hoffnung machen, dass ich überhaupt auf solche Gedanken und soviel Selbstreflexion fähig bin. Der Punkt aber ist, dass ich mir meine zweite Lebenshälfte doch stets etwas anders ausgemalt hatte. Woher kommt diese Frustration, die Verbitterung? War diese Welt etwa früher gerechter? Kann ich nicht einsehen, dass es mir eigentlich richtig gut geht. Dazu braucht kein Vergleich herhalten mit Menschen, denen das Schicksal es weniger gut meinte. Warum kann man nicht einfach all das Verrückte, Krumme und Anders sein wollende sich selbst sein lassen. Oder besser, bringt es einem nicht ein großes Plus im Leben sich auf genau das einzulassen was man noch tolerieren zu können glaubt. Das ganze klingt wie das Wort zum Sonntag, aufgeschrieben an einem Freitag. Im Zug nach Köln, um dort nen Laternenfest Schlagersänger begleitet von der Bigband der Bundeswehr in der Kölner Philharmonie anzusehen und zu hören. Klingt auch schräg. Naja. Vielleicht muss man auch nicht über alles grübeln sondern es so nehmen wie es ist. Wenn man es nicht sehen mag, dann schau was anderes an und fertig.

Mann wird alt

Das Leben hat einen bereits eine Handvoll Jahre begleitet, man freut sich über Erfahrungen in vielen Lebenslagen. Hinter gar nicht so wenigen Stationen des Lebens konnte ein Haken gemacht werden. Man nimmt sich die Zeit die nötig ist, wenn es um Genusssachen geht. Man strotzt nur so vor Weisheit. Das Alter zeigt sich also in vielen Facetten. Und ich wäre nicht ich, wenn ich noch ein klagvolles Aber hinterher schieben würde… Es beginnt in einer Nacht vom Samstag zum Sonntag. Ich werde wach und habe arge Probleme zu erkennen wo ich mich befinde. Im Bett, soviel war klar. Aber wo ist oben, wo unten und herrjeh, wie bekomme ich dieses Drehen gestoppt?

Hab letzte Nacht pausenlos den Mond angekläfft. Verdammte Erkältung!

Dieser Blog läuft Gefahr zum einem Schlaflos im Blog-Blog zu werden. Woran das liegt? Gähnend überfliege ich die letzten hundert Beiträge und komm bei aller Müdigkeit kaum beim Zählen der Beiträge nach, bei denen ich über Schlaflosigkeit geschrieben habe und in denen zudem die Sätze viel zu lang waren.

Da sitze ich im Wartezimmes des Arztes meines Vertrauens und schlage die Zeit mit einigen Runden Soduko tot. Es öffnet sich die Wartezimmertür und ein älteres Päärchen betritt den Raum. Der männliche Part des Paares setzt sich, schaut in die Runde und beginnt direkt über die zahlreichen Anwesenden zu lästern. Nicht, über alle, sondern nur über die, die gerade mit dem Smartphone herum spielen. Was, genau genommen, alle betrifft. Außer ihm selbst und seine Frau. Verständnislos blicke ich in seine Richtung und schlucke meine Bemerkung „das ist Blanker Neid“erstmal herunter. Zwei etwa 15-16 jährige fangen an betroffen zu kichern. Weitere Anwesende beginnen die wohltuende Anonymität aufzuweichen, in dem tatsächlich so etwas wie Gespräche zustande kommen. Geht gar nicht. Der Trubel um mich herum wirkt etwas hysterisch und mein Soduko-Highscore bekommt nen gewaltigen Dämpfer.

2022: Pause

Eine Corona-Pandemie später gehts nun im Blog weiter. Womit auch schon alles gesagt ist. Es geht endlich weiter. Und zuvor war da ne verdammt lange Pause, welche eigentlich prädestiniert war zum Texte schreiben. Eigentlich. Aber ehrlich gesagt war ich unmotiviert, mürrisch und extrem unkreativ. In erster Linie mürrisch und frustriert über dies und das. Und hey, damit wollte ich niemanden nerven. Also tat eine Pause Not. Und wenn ich mir die letzten Texte aus der Zeit vor Corona anschaue, dann hätte die Pause eigentlich schon viel eher kommen sollen. Eigentlich. Und nun gehts halt weiter. Ideen gibts, motiviert bin ich auch. Nur an der Zeit haperte noch ein wenig. Und bevor ich hier noch ein weiteres Eigentlich im Text unterbringe und man mich fragt, ob ich ne Wette verlosen habe oder gar betrunken war, komme ich zum ersten mal seit langer Zeit zum Ende eines kleinen aber feinen Blogbeitrages und beende die lange lange Pause recht gekonnt und wie gewohnt mit einem viel zu langen Satz.

Vom Grillen im März

Der Outdoor Spezi von heute kennt kein schlechtes Wetter, schon gar nicht wenn es uns Grillen geht. Gilt es doch der Ehefrau zu zeigen, dass er der bessere Koch ist und das selbst bei widrigsten Witterungsbedingungen. Der Frau muss eindrucksvoll bewiesen werden, dass der geniale Gatte ein Meister seines Fachs ist und bei steinzeitähnlichen Bedingungen seine Familie sicher ernähren könnte. Selbstverständlich total smart am Gasgrill

MHD

Beim Verzehr meines Mittagessens werde ich darauf aufmerksam gemacht, das das Mindesthaltbarkeitsdatum davon seit etwa 5 Monaten abgelaufen ist. Ich zicke mit den Schultern. Was soll’s, ich glaube nicht, dass Instantnudeln mit Schweinefleischflavour schlecht werden kann. Im Gegenteil, da ist sicher soviel Chemie drin, dass ich mich ein ganzes Stückchen konservierter fühlen darf. Ein Schild mit „tödlich ab…“ ist bei dieser Art vietnamesischer Kosmonautennahrung völlig fehl am Platz. Klar, es schmeckt scheusslich und wirklich nahrhaft ist es auch nicht, schließlich handelt es sich hier um Vietnams Rache am Weißen Mann. Aber es füllt den Magen. Mehr ist auch grad nicht nötig.

Beim Arzt

Ich warte im Wartezimmer. Eine junge Familie wartet hier ebenfalls. Man gibt sich viel Mühe den kleinen Racker zu beschäftigen. Redet über den Kindergarten, Abendessen usw. Dabei erscheint es, dass die Eltern nicht den Kleinen etwa vier oder fünfjährigen beruhen wollen sondern vielmehr das eigene Unbehagen bekämpfen. Kurz darauf sind die drei im Behandlungszimmer und der Kleine brüllt wie am Spieß. Mit einer unheimlich kräftigen und selbstbewussten Stimme. Zum einen imponiert mich das, zum anderen mag ich mir gar nicht vorstellen, dass dort daheim manchmal abgehen mag. „Soll ich erst Brüllen oder springst Du von allein, liebreizendste Mutter?“ Vor mir ein Bild aus dem nahen Osten. Ein Lkw tingelt einem Berg auf einer perfekten Fahrbahn entgegen. Es ist irgendwo auf, dem Land, die Straße wird von unglaublich vielen Straßenlaternen gesäumt und auf dem Mitsubishi LKW steht ein Kamel. Das Kennzeichen verrät mir die Herkunft des Autos - Vereinigte Emirate. Passt. Reichtum, Kamele, tolle Straße sogar in abgelegenen Gebieten. Auf einem Bild im Wartesaal eines Arztes des mich warten lässt. Fühle mich fast wie das Kamel. Der Junge brüllt nun nicht mehr. Eigentlich ist schon recht lange Stille eingekehrt. Hat der Junge seinen Willen bekommen? Lebt der Arzt noch? Wie gehts nun weiter? Ich warte. Und schaue mir ein Kamel an, dass auf einem blauen Mitsubishi LKW irgendwo durch Arabien kutschiert wird. Gelebte Langeweile

Serienwahn

Wer kennt das nicht? Man verirrt sich zwischen Folge 5 und 7, meinetwegen auch 8 oder 9, es ist spät und der allseits berüchtigte Rif des Weckers nähert sich unerbittlich. Doch zum Glück liegt da neben mir meine Herzensdane, meine Frau. Die , die seit gut 30 Jahren genau da liegt. Und deren leicht aggressiver Unterton im allnächtlich gewohntem Schnarchenzur Einsicht bringt: Jung, es wird Zeit, Dir Glotze auszumachen. Schau Dir morgen den Murks noch einmal an, das meiste wird Dir eh komplett neu vorkommen.

25 Grad

Es ist Urlaubszeit, viele Reisen rund um die Welt, kämpfen mit Jetleg, dem Zoll, Durchfall und Flugausfällen. Klingt jedenfalls so, als hätten sie nen Urlaub anschließend nötig. Es ist kurz nach 21 Uhr, Freitag, und wir haben 25 Grad - im Schatten, klar, wo sonst, die Sonne macht sich längst in Richtung Horizont auf und hinterlässt dabei nichts wie Schatten. Ich liege derweil im Garten und stelle fest, dass Weißbier aus dem Weissbierglas auch in der Horizontalen genießbar ist.

Eine Zugfahrt im RE1 von Köln nach Aachen

Das Leben im Machtbereich der deutschen Beförderungsbetriebe ist schon immer voller Zauber, Verwirrungen und ein Spiegel des Schwachsinns, den der Durchschnittsbürger für grenzenlose Normalität hält. So sitzen wir in einem Grossraumabteil, welches sich auf dem Kölner Hauptbahnhof erst schlagartig leert um sich jedoch kurz darauf ebenso schlagartig zu füllen. Direkt vor uns nimmt eine Frau mit Tochter und zwei Hunden Platz. Die etwa 10-11 jährige Tochter redet mit Migräneartig verzerrtem Gesicht von „dieser Stress wieder“. Ein Wunder, dass sie sich nicht direkt eine Handvoll Schmerztabletten einwirft und mit nem Bourbon nachspült. Die Mutter macht es inzwischen der Fusshupe, also einem mit Tüchlein und Schmuckhalsbsnd verzierten Köter im Kleinformat, auf einem der freien Sitze bequem. Hund zwei nimmt freiwillig unter dem Sitz Platz und winselt Brad vor sich hin. Währenddessen füllt sich der Wagon, einige alte Leutchen finden leider keinen freien Platz mehr und müssen stehen. Junge Keute, die sicher des Freitags für die Verbesserung dieser Welt auf die Straße gehen, kümmert es natürlich nicht, dass hier Rentner stehen müssen. Den Hunden geht es auch am Hintern vorbei. Und mir? Erst recht. Mit dieser Welt stimmt was nicht und in meinem Alter registriert man das lediglich mit einem Schulterzucken. Der Elan etwas ändern zu wollen oder zu können ist längst verflogen. Aber vielleicht gibt mir die Kleine was vom Bourbon ab, den sie ganz bestimmt in ihrer Tasche versteckt hat. Für ganz spezielle Momente, einen wie diesen hier. Zeit auszusteigen…

Lotto Toto

Drei Buchstaben kommen in Lotto Toto vor, zwei davon mehrfach und nur das L ist nur einmal vertreten. Tja, und das L kommt bekanntlich nicht im Wort Gewinner vor. Genau genommen ist das Lottospielen nichts anderes als eine Religion. Klar, die Sache mit dem Heiland, den Geboten und den Kreuzzügen lässt sich nur schlecht mit einer Lotterie vereinen. Aber am Ende des Tages geht es auch nur um Glaube und Hoffnung. Man gibt auf der einen Seite Geld für sein Seelenheil aus und auf der anderen Seite tut die Seele schnell weh, wenn man nicht den wöchentlichen Tippschein in den Händen hält. Gut heutzutage läuft alles moderner. Die Kirche holt sich ihren Anteil direkt vom Lohn und fällt bestenfalls noch auf der Lohnsteuerkarte auf. Die Lotteriegesellschaft fängt ihre zahlreichen Jünger mittels Abo. Auf der einen Seite gibts nen Gottesdienst und die andere Seite glänzt mit der Ziehung der Lottozahlen. Eine Hölle gibts auch auf beiden Seiten. Wobei die Lotteriehölle sich im Diesseits befindet und definitiv existiert. Dann nämlich, wenn man ausgerechnet dann den Tippschein nicht findet oder gar vergessen hat zu tippen, wenn sich das göttliche Losglück einem tatsächlich kurz zuwendete. Aber nun genug der Blasphemie. Über 40 Millionen Euro sind im Jackpot. Alle meine Sorgen könnten mit einem Schlag vorbei sein, nie wieder Geldnot und was ich mir alles kaufen könnte…

Das Krokodil verharrt bewegungslos…

Und wartet weiter auf ein ahnungsloses Opfer. Das mitten in der Koblenzer Fussgäbgerzone, direkt neben einem Casino, ein griechisches Restaurant direkt gegenüber. Und alle warten auf Opfer. Gut, das Krokodil wird schon beim zweiten Blick als zusammen geknüllte Papiertüte entlarvt und aus jedem anderen Blickwinkel käme man nie auf die Idee hier ein gut getarntes Reptil zu vermuten. Doch dir Gefahr, die von der Spielhalle und vom Griechen ausgeht bleibt real.

Das Hamburger Grau

An einem Montagmorgen inmitten des Novembers versuche ich einigermaßen ernsthaft auf die Füße zu kommen und irgendwie in den Tag zu starten. Das gerade erst vergangene Wochenende verhielt sich so wie ich es gewünscht hatte. Indisches Essen, Spziergang durch die Schanzengegend, Fischbrötchen an den Landungsbrücken und als krönenden Abschluss gab es ein feines Konzert eines Berliner Elektro-Trios. Letzteres fand zwar am Arsch der Welt statt (womit bewiesen wäre, dass sich dieser in Hamburg befindet), aber dazu später mehr. Das eigentliche Highlight des Wochenendes war, dass ich es mit meiner Tochter verlebte. Seit sie sich es in Hamburg bequem machte war die gemeinsame Zeit arg rar geworden. Man lebte sich gewissermaßen auseinander und der erblich bedingte Dickschädel tat sein Übriges. Dieses Wochenende tat also Not und hielt was es versprach. Die Tochter gab sich als perfekter Gastgeber und Fremdenführer. Noch vor dem Wochenende hätte ich gemeint, dass ich auf letzteres verzichten könne. Hamburg ist mir so fremd nun auch nicht und der eine oder andere Besuch in der Hansestadt lässt da einen auch schnell leichtsinnig werden. Doch grad der Großstadtdschungel fernab der Touristenziele ist trügerisch. Dazu dann der Besuch des Konzertes in der Festphilarmonie irgendwo im Hafengebiet, erreichbar nur per Shuttlebus, Fahrrad oder PkW - wobei letztere gar nicht zur Debatte standen. Dank meines großartigen Führers war letztendlich An- und Abreise kein Krampf und der Hype des grad erlebten lebte noch lange nach. Hamburg, eigentlich eine großartige Stadt, die ich immer wieder gerne besuche. Und das schon tat, bevor mein Nachwuchs hier Wurzeln schlug. Hamburg - das ist aber auch stets eine Konfrontation mit dem Wetter und grad das sorgt grad für wenig Begeisterung. Tiefgekühlte präsentiert sich der Himmel, ganz so, als möchte er das letzte Wochenende wohl konserviert im Gedächtnis belassen. Bloß nicht mit Sonnenschein eine neue Woche einleiten und die Müdigkeit verscheuchen, die mich heute in ihrem eisernen Griff hat. Gut, die Bahn fährt erst in einigen Stunden, kein Grund in Stress oder derartigem zu verfallen. Gehen wir den Tag langsam an und ignorieren dieses Grau. Ich bin mir sicher, dieser Plan wird schon irgendwie aufgehen.

Vier lange Jahre

Es geht also weiter. Die Schreib-Blog-kade ist überstanden, der chronische Frust vorbei und die Lust am Lästern im ganz großen Stil zurück gekehrt. Wieso jetzt? Weshalb überhaupt und wozu das Ganze? Nun, wir haben genügend Gelegenheit dem Grunde bis ins hinterste peinlichste Dickicht zu folgen. Was wird uns auf diesem Weg begegnen? Ich werde es verraten! Aber ganz bestimmt nicht hier und jetzt.

Warum ich Weihnachten nicht mehr mag

Weihnachten, das Fest der Liebe, der Familie der Besinnichkeit. Ist dem immer noch so? Ich bin schwer am Zweifeln. Da findet sich also die Familie zusammen um ein paar friedliche Tage miteinander zu verbringen. Tatsächlich sitzen alle drei Tage lang vor der Glotze, grinsen das ewig trottelige Weihnachtsprogramm an und hauen sich zu den Mahlzeiten völlig übertrieben die Wänste voll. Echt jetzt? Das soll Weihnachten also sein? Das gemeinschaftliche Geschenkeauspacken wird von der bangen Hoffnung begleitet, etwas zu bekommen was man sich gewünscht hat oder wenigstens beim Auspacken soviel Würde behält die eigene Enttäuschung sich nicht ansehen zu lassen. Räucherwaren vertragen die Damen nicht. Der Streit zwischen Kinderchorklassikern und Maria Careys Weihnachtsgesäusel endete gewohnheitsgemäß unentschieden. Also keine Weihnachtsmusik

66666

Der Kilometerstand meines kleinen Wundersuto betrug heute für einige Katzensprünge glatte satanische 66666 Kilometer. Wenn Mann dazu die äußerst bedrohlichen Töne aus den Auspuff genannten Abgasrohren vernimmt und für einen Moment vergisst, dass das Auto grad mal über 60 PS verfügt, die keinem Vehikel auf vier Rädern auch nur etwas Respekt abverlangt, dann bleibt einem nur eine Lösung: Ab in die Werkstatt, den Tacho verschrotten, nen neuen Auspuff ranschrauben lassen und sich künftig nicht mehr aus den Windschatten der allseits berüchtigten Rübentraktoren wagen. Oder aber darauf hoffen, dass sich die wunderliche Entwicklung am Auspuff fortsetzt und fehlende Pferdestärken durch monströse Lautstärke ersetzt wird. Optional könnte ich natürlich dem völlig überbewerteten „laserweiss“ der Karrosserielackierung ein paar unheilvolle höllische Flammen spendieren. Ein Flammenwerfer im umfangreichen Sammelsurium der Bordabwehrwaffen sowie die längst überfälligen Sonntagsfahrerabwehrkanone sind sicher nette Gadgets, über die ich noch nachdenken werde.

Onkel Albert

Ich nannte ihn immer Bruno, was hoffentlich verständlich ist, der Mann hatte schließlich fünf Vornamen. Tatsächlich aber hieß er Onkel Albert, was stets für Missverständnisse in der Hesprächen mit meiner Mutter führte.