Von Bienen und Schmetterlingen
„Die ruhig gestellte Sau entgeht dem Eber nicht.“ - So etwas könnte zu lesen sein, wenn man halbwegs desinteresssiert im Internet recherchiert und beim Thema „Pheromone“ auf eine unscheinbare Webseite in der ellenlangen Auswahlliste der bevorzugten Onlinesuchmaschine klickt.
Als Rhetorik-Legasteniker ist einem der Fachausdruck „Pheromon“ ein alles in allem nichtssagendes Fremdwort, welches von mir in einem völlig anderen Thema verwendet werden sollte. Daher erkundigte ich mich also nach Informationen zu den Schlagworten „Fortpflanzung“, „Duft“ und „Hormon“. Die meisten Ergebnisse dieser Onlinerecherche benötigen - nicht unbedingt überraschend - eine Altersfreigabe ab minimum 16 Jahre, andere einen hartgesottenen Veterinär.
Das Thema „Pheromone“ lies mich aber nicht los, ich war fasziniert und erschüttert zugleich. Wir fliegen zum Mond, klonen Gottes Kreaturen und erfinden Computerviren. Und dennoch sind wir so unglaublich machtlos, wenn hormonelle Düfte unsere dauerhaft unterbeschäftigten Hirne ausschalten und animalische Instinkte fördern, deren Existenz wir in unserer spießigen modernen Gesellschaft schlichtweg ignorieren.
Es existieren Tests, in denen fortpflanzungswillige weibliche Vertreter unserer Spezies mit den Ausdünstungen braungebrannter Schönlinge südländischen Typs konfrontiert wurden. Es wäre sicherlich falsch, Frauen mit Verachtung zu strafen, nur weil sie Dank Pheromone eine Triebhaftigkeit entwickeln, die sie nurin den seltensten Fällen unter Kontrolle haben. Denn erstens funktioniert dies nur unter bestimmten biologischen und zeitlichen Gegebenheiten (Eisprung, außerhalb der Regel stinkt ihnen dieser Hormon-Duft-Quatsch) und zweitens ist das andere Geschlecht in ihrem Fortpflanzungswahn weitaus unberechenbarer. Und das rund um die Uhr, und nicht immer sind Pheromone daran beteiligt.
Ich landete also bei meiner Recherche auf einer Viehzüchter-Webseite und wurde allumfassend über die Fortpflanzung der Schweine aufgeklärt. Dank dieser nun oft genannten Düfte setzt der Eber der Dame seines Herzens sämtliche Widerstandsgedanken für etwa zehn Minuten außer Kraft. Williger gehts nicht. Das Ergebnis: siehe bitte ganz oben!
Okay, das waren nun keine bahnbrechenden Erkenntnisse. Aber wenn man erstmal im Begriff ist, einen durchgeknallten Blog mit Leben zu füllen, dann läuft man schnell Gefahr zum wilden Eber zu werden. Besser man kennt sich dann entsprechend aus!
