Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


bbb:0900

Kalt ist's (bleibt's) in Dresden

Diese Kälte tut körperlich weh. Sie beißt in die Nase, frisst sich durch die Bekleidung, die Augen tun auf Grund ihrer bloßen Existenz weh und von den verdammten Ohren will ich gar nicht erst reden. Man beschränkt sich auf die nötigsten Aufenthalte unter freiem Himmel. Blauer Himmel, Sonnenschein - eigentlich genau die ideale Vorlage des Wettergottes für einen tollen Tag wird momentan zum Sinnbild polarer Kälte. Die trägen Sonnenstrahlen wärmen nicht, sie streichen unnütze über hartgefrorenen Boden, grauem Gebüsch und laublosen Bäumen.

Die Stille jenseits des Alltagslärms ist betäubend, man fragt sich unwillkürlich, wo ist das wenige noch verbliebene Viehzeuchs inmitten dieser Großstadt hin? Wohin verkriechen sich die Vögel, die sonst mit ihrem Gezwitscher und nervenden Geschreie alljährlich das Frühjahr einläuten? Und warum stört die schwarzen Vertreter dieser Spezies, also den Raben und Krähen diese unbarmherzige Kälte nicht?

Warum brüllt heute kein Umweltschutzjunkie seine verderblichen Parolen dem spießigen Kleinbürger auf dessen Weg zur Arbeit entgegen? Ist ihm vielleicht kalt? Scheinbar ist der Weltuntergang in Form der Globalen Erwärmung bislang ausgeblieben.  So bietet er keinem schlecht gelaunten Passanten die Chance, seinen Frust über die radikale Klimaabkühlung am Prediger der Globalen Erwärmung in Form wohlgezielter Schläge zu offenbaren. Vielleicht ist ihm nicht nur kalt, er hat auch noch Angst vor den ewiggestrigen Erwärmungsgegnern?

Soll der langhaarige Öko-Revoluzzer doch schreien, dass sich das Klima ändert, dass die Pole abschmelzen, weil die Menschen zu erfolgreich die Natur verschandeln. Ich meine, wo er Recht hat, hat er Recht. Aber wie lauten tatsächlich die zu erwartenden apokalyptischen Konsequenzen? In der allgegenwärtigen Natur bleibt eigentlich immer alles im Gleichgewicht. Wenn nun diese langweiligen Pole eisfrei werden, dann wird es wohl anderswo neue schwer vermarktbare Gletscher geben. Und wenn ich aus dem Fenster sehe, dann weiß ich sogar wo!

Wie wird künftig das Leben der Sachsen aussehen für den angenommenen Fall, das demnächst Eisbären die Sächsische Schweiz unsicher machen und die Elbe nur im Hochsommer frei von Packeis ist? Im Vogtland etwa dürfte sich die Pelzindustrie ansiedeln und alljährlich zu Ostern das traditionelle Robbenschlachten stattfinden. Durch das Ansteigen des Meeresspiegels dürfte in der Leipziger Bucht der Walfang die Haupteinnahmequelle der frierenden Bevölkerung sein. Und sonst? Wer sich nicht auf die Kunst der Jagd versteht, dürfte an Hunger und Kälte mittelfristig verrecken. Bis endlich arktischer Frieden über Sachsen niedersinkt und die hartherzige Mutter Natur uns Menschen mal wieder gezeigt hat, wer am längeren Hebel sitzt.

Tja, das genau sind also die Aussichten, die unser Umweltaktivist verbreiten könnte, wenn er nicht bibbernd vor Kälte in seinen Öko-Iglu auf die globale Erwärmung warten würde.

P.S.: Scheinbar wirds nun zur Gewohnheit, noch ein paar Bemerkungen am Ende hinzuzufügen. Heute Morgen achtete ich im arktischen Dresden ungemein aufmerksam auf gezwitscherte Laute unserer gefiederten Freunde. Da war etwas, aber freundliches Frühlingsklänge hören sich anders an. Bei etwa 15 Grad Celsius unter Null auch nicht verwunderlich.

<<< Zurück | Weiter >>>

bbb/0900.txt · Zuletzt geändert: von 127.0.0.1