Laufzeitverlängerung
Gelebte Langeweile, wohin man auch schaut. Die Tage werden wieder länger, neue Texte im Blog seltener und mein Kaffeedurst ist deutlich gestiegen. Es ist Montag, die verdammte Uhr sagt irgendwas von kurz nach acht und mein breiter Hintern ruht auf dem dienstlich gelieferten Drehstuhl. Der braune Brühe in der Tasse ist inzwischen auf vernünftige Wärme herunter gekühlt, nein, der Kaffee ist fast schon zu kalt um noch genießbar zu sein.
Das übervolle Postfach ist durchstöbert, die greifbare Post in Briefform geöffnet und das Telefon hat auch schon Hallo gerufen. Ich merkt schon, ich bin daheim im Büro, eine neue Woche hat begonnen und Bon Jovi versenkt diesen ohnehin verschenken Tag in irgendeine graue Brühe, die anderswo auch Wetter genannt wird.
Zeit also das vergangene Wochenende kurz Revue passieren zu lassen. Da war die Oskarverleihung - fehlendes Interesse mag als Grund gelten, dass ich sonst nichts darüber schreibe. Das Wetter war schmuddelig und recht unangenehm, viel wärmer, aber feuchter und windiger als in Dresden und doch, wenn ihr so wollt, unter aller Kanone, um es Motivierend zu nennen.
Dank der Gutmütigkeit meines alten Herrn und eines funktionierenden Heimnetzwerkes kam ich mal wieder viel zu oft in den Genuss meine Onlinesucht zu fröhnen. Mein Internetprovider (der mit der unlösbaren Gleichung im Firmennamen) sieht sich selbst nach zwei deprimierenden Monaten außerstande, meinen verdammten DSL-Zugang instand zu setzen. Ein kaum ertragbarer Zustand, der inzwischen weitaus weniger Nerven kostet als erwartet. Denn die vier Stunden am Samstag, in denen - oh Überraschung - ich aufgrund einer kurzfristig funktionierenden Leitung tatsächlich telefonisch erreichbar war, genügten, mich mit einer Flut an Werbeanrufen einzudecken. Dabei war es doch zuletzt so ruhig gewesen.
Der BVB schenke mir am Samstag ein paar tolle Minuten, ich bin selten so gut bei einem Bayernspiel unterhalten worden. Weshalb ich auch anschließend irgendeiner höheren Macht dafür dankte, für PayTV und derartige Momente Geld auszugeben.
Aber das ist ja nun vorbei. Es ist (immer noch) Montag, ich sitze in meinem Büro und inzwischen sorgt Clouseau für etwas Farbe an diesem trägen grauen Vormittag. Die Frühstückspause schleicht heran, ich kann den nächsten Kaffee schon in der Ferne wittern. Sorry, aber worüber kann ein aufrechter deutscher Beamter schon besser schreiben als über den nächsten Kaffee?
Es geht also weiter. Was hatte ich auch erwartet? Was sollte sich ändern? Das Leben ist grausam wie eh und je. Und bevor die Höhner mir nun den Rest geben, gehe ich besser die K.-Maschine besuchen und bitte sie um Beistand in dieser schweren Stunde.
