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Ackerweg und Onlinewahn

Halleluja, was hat sich der verrückte Petrus dabei gedacht, uns solch tolles Frühlingswetter vor die Nase zu setzen? Und das völlig kostenlos, mehrwertsteuerfrei und selbstverständlich ohne TÜV-Prüfsiegel. Was für ein Tag, meine Laune sollte gigantisch sein. Doch die uralte Leier mit der gnadenlosen Müdigkeit, bleischweren Augenlidern und einer holprigen Konzentration, die selbst den kleinsten Versuch einer halbwegs brauchbaren Idee nachzuhängen zum Scheitern verurteilt.

Mein Hund kann heute die ganz alltägliche Gassi-Runde kaum erwarten und macht auf sein Recht Herrchen an der Leine mitzuführen mit verschiedenen Gesten aufmerksam. Und ja, der Hund hat natürlich Recht, ich gebe nach und mache mich bereit die weiten Felder und Äcker in der Nähe in Augenschein zu nehmen. Tja, lieber Leser, der Hund geht halt vor und ich folge ihm.

Und während Du mit Deinen lesenden Augen innerhalb von Sekundenbruchteilen von Satz zu Satz springst, gehe ich einfach mal zwischen zwei Zeilen Gassi. Mit dem Hund natürlich. Und natürlich mit meinem Blitzdings-Apparat, um die Frühlingsboten digital in Bits zu zerlegen zu können. Eine geschätzte Stunde später kann ich mich erfolgreich zurück melden. Fotos habe ich keine gemacht, ich hatte vergessen das verdammte Akku ordnungsgemäß einzulegen und ohne Akku gibt's halt kein Blitzdingsen.

Unterwegs war allerhand los, das unbeschreiblich geniale Wetter hat viele neugierige Frühlingsnarren aus deren steifgefrorenen Höhlen gelockt. Sie stapften mit und ohne vierbeiniger Begleitung die Feldwege entlang und genossen zu Recht die viel zu warme Luft. Denn ich möchte zu bedenken geben: heute morgen durfte ich noch die Scheiben meines noblen Automobils vom schäbigen Eis und Reif befreien.

Tosca, also meinem Hund gefiel die eigentlich nervende Anwesenheit weiterer Wesen der Gattung Hund außerordentlich gut. Mir wie erwähnt weniger, da das äußerst dünne Band unserer gemeinsamen Beziehung, sprich die Leine, arg gespannt und strapaziert im milden Sonnenlicht sein Dasein fristete. Das schwächste Glied in diesem Bunde - mein rechter Arm - zeigte erste Ermüdungserscheinungen, doch da waren wir bereits auf dem Heimweg. Und nun sitze ich also wieder hier am Rechner und geniesse ein Gefühl, welches ein völlig neues in diesem Jahr ist: Mein Internetzugang funktioniert wieder, ich bin endlich wieder telefonisch erreichbar, welch Glücksgefühl! Hallo werte Call-Center: Bin wieder erreichbar, ihr könnt mich wieder mit eurer völlig bekloppten Werbung den letzten Nerv rauben. Ich könnt mich wieder mit euren Lotto-Märchen und Meinungsforschungen um den nächsten technischen Defekt beten lassen. Ich freu mich drauf…

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