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Morning has broken...

Ich öffne meine verschlafenen Lider und staune ehrfürchtig über die atemberaubende Helligkeit. Es ist gerade sieben Uhr und was noch entscheidender ist, ist ist Samstag, also Wochenende.Der Himmel erschein durch das Fenster schon jetzt überwältigend blau, ich habe keine Ahnung ob sich jenseits meines Blickfeldes noch einige übermütige Wolken aufhalten. Ich vermute aber, dass dieser Frevel diesen göttlichen meteorologischen Rahmenbedingungen zum Opfer gefallen ist.

Was hält mich eigentlich noch im Bett? Eigentlich sollte ich doch aufspringen, und mit viel Elan dem Aufruf des tollen Wetters folgen? Nun, alles schläft noch, soll ich diese trügerische Idylle zerstören? Nein, ich ziehe mein jederzeit griffbereites Gedankenfesthaltewerkzeug an mich heran und schreibe auf altherkömmlich traditioneller Weise einen vielleicht völlig anderen Text, wie ihr ihn vielleicht von mir gewohnt seid. Muss halt auch mal sein, besonders in diesem Fall, wo doch dieser Tag die übliche Portion Häme, Spott, Selbstzweifel und den Zynismus grauer Tage nicht verdient hat. Ich möchte vielmehr einen solch glänzenden Morgen mit ganz andern Tönen angehen. Nebenbei hab ich die Anlage angeschalten um nebenbei ein wenig Unterhaltung zu geniessen. Nicht zu laut, nein, gerade so, dass man die Musik als wohltuende Woge in der morgendlichen Trägheit empfindet und all jene, die noch nach Schlaf trachten dabei nicht gestört werden.

Eben schallt „Broken Wings“ aus den Boxen, jener geniale Titel aus den Achtzigern, welchen  ich überall die Jahre immer noch gern höre. Herrlich, ein Grund mit dem Schreiben kurz inne zu halten und zu geniessen. „The book of love is open up and let us in…“ - das ist besser als jegliche Medizin.Inzwischen hat die Sonne beschlossen, mir durch das Fenster ein erstes zaghaftes Hallo zu zu rufen. Oder ist es gar ein „Hallo wach“? Es ist einfach göttlich. Alles schläft noch, selbst die liebreizende Tosca, mein Hund verhält sich ganz ruhig und gönnt seinem Herrchen diese Momente vollkommener Glückseligkeit. Dazu unterstreichen die Klänge aus den Lautsprechern diese Stille, ohne dabei störend zu wirken.

Wie lange kann ein solcher Moment anhalten? Wer wird heute zum Spielverderber und setzt diesem harmonischen Morgen ein jähes Ende? Vielleicht mein Hund? Oder meine Dame, die kaum erwacht, in hektischer Triebsamkeit diesen Samstag zum Großkampftag erklärt. Nein, lasst uns das mal alles ganz ruhig angehen und jeglichem Stress zuvorkommen.

Der kleine Zeiger auf dem Wecker nähert sich der Acht und so schön auch dieser Tag begonnen hat, irgendwann kommt der Moment, in dem man des Liegen überdrüssig geworden ist. Aber Santanas „Samba pa ti“ nehme ich noch mit. Noch ein paar mal tief einatmen, sich vorstellen, der Herr an der Gitarre ist man selbst, der seine Gefühle über die Saiten wiedergibt. Gebt mir ein solches Instrument und… ach was, manche Wünsche sollten einfach Wünsche bleiben, denn mit der Umsetzung würde es grausig enden.

Und nun sagt auch noch Lionel Ritchie „Hello“ zu mir, das ist nun des Guten eindeutig zuviel. Höchste Zeit diesen Moment himmlischen Friedens zu beenden und einen tollen Tag mit ein paar tollen Taten zu begrüßen. Ich mach jetzt Frühstück und bin weg…

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