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Wieder ein Jahrtausend geschafft... - Part 2

…lautete vor zwölf Jahren einer meiner vielen vergeblichen Versuche mittels geschriebenen Wortes die Weltherrschaft an mich zu reißen. Heute, ehm, nun also etwa zwölf Jahre später, ist es mehr als offensichtlich, dass jener kleine Exkurs in Sachen globaler Unterwerfung ohne nennenswerten Erfolg blieb. Jedenfalls bis heute.

Ein weiteres Jahr geht dem Ende entgegen, man mag schon fast die Lust am Mitzählen zu verlieren und alle Welt schreit nach einem Jahres-Rückblick auf das Tollste, Bekloppteste und Peinlichste, was zuvor noch niemand gesehen haben will. Halt wie in jedem Jahr. Und ehrlich gesagt, es haben sich die Schauplätze der Ereignisse und die Namen der Beteiligten geändert, aber wirklich Erwähnenswertes gab es kaum. Also keine Angst, einen Jahresrückblick erspare ich Dir an dieser Stelle. Und dennoch will ich den durchaus gegebenen Anlass nutzen, ein paar Worte über die verdammte Zeit zu verlieren.

Schon BAP hat es in den Achtzigern mit „Time is cash, time is money“ auf den Punkt gebracht und ich lege gewaltig nach: Zeit ist Geld, werter Leser! Unmotiviertes Trödeln kostet Kohle! Damit sei nicht das Trödeln in Form des Verkaufens zu oft benutzter Unterwäsche und abgenutzter Klobürsten auf den Parkplätzen sonntags geschlossener Super- und Baumärkte gemeint. Nein, ich meine eher das Trödeln in Form fehlender Geschwindigkeit in den Bewegungen humaner Wesen im Alltag. Okay, ich gebe es zu, so ganz neu ist das wahrscheinlich gar nicht. Was nicht heißt, dass es deshalb nicht weniger stimmt. Und was fangen wir mit diesem unwahrscheinlich genialen Wissen an? Nun, ehm, keine Ahnung. Vielleicht will ich damit ausdrücken, dass man die begrenzte Zeit sinnvoll nutzen sollte, die einem gegeben ist. Sie könnte nämlich knapper sein, als man wahr haben möchte.

Denn ganz allmählich rückt ein Datum näher, welches diese Welt ungemein wesentlich beeinflussen könnte. Jedenfalls wenn man einen drohenden Weltuntergang als Wesentlich betrachtet. Okay, in der Gesamtheit betrachtet, wird dies bereits der 2873ste Weltuntergang sein, welche seit 2005 stattfinden soll. Und irgendwie habe ich von den bisherigen nicht viel mitbekommen. Aber das soll ja nichts heißen, schließlich war ich zuletzt viel beschäftigt. Da kann einem schon der eine oder andere Weltuntergang entgehen.

Aber über keinen ist so oft berichtet worden wie über den Weltuntergang, welcher am 21. Dezember 2012 unserer geliebten Welt den Garaus machen wird. Womit klar wäre, dass wir heute unser letztes Silvester feiern dürften. Ich schätze, dass es an diesem Tag, also dem 21.12. 2012 einen unglaublichen Andrang in englischen Wettbüros geben wird. Mögliche Wetten: Wird die Welt nun untergehen, oder nicht? Wie hoch ist die globale Anzahl aller Massenselbstmorde an diesem Tag? Und – wer erzielt das letzte Fußball-Tor der Menschheit? Mache Dir ruhig auch schon mal ein paar Gedanken, in welcher Form Du diesem Ereignis beiwohnen möchtest, dessen positivste Nebenerscheinung ist, dass man sich die nervigen Weihnachtseinkäufe spart. Ich stelle mir auf jeden Fall eine Flasche Whisky beiseite.

Der Hintergrund zu dem ganzen Zirkus: Der Maya-Kalender endet mal wieder und die dort beschriebene turnusgemäße Neuauferstehung unserer unterbelichteten Rasse ist diesmal nicht vorhergesehen. Als wenn dieser Kalender in den vergangenen dreitausend Jahren irgend jemand ernsthaft interessiert hätte. Mein Kalender geht jedenfalls auch 2012 bis zum 31. Dezember. Basta! Vielleicht liegt die Hoffnung der vielen Weltuntergangs-Jüngern in einem völlig unterschätzten (und bislang unentdeckten) Planeten, der auf seiner Reise durchs Sonnensystem mal eben die Erdbevölkerung von seinem Elend erlöst. Fliegt einfach an der Erde vorbei und macht dabei das Licht aus. Knipps!

Wahrscheinlicher aber ist, dass gar nichts passieren wird. Weihnachten findet auch 2012 statt und das verdammte unterirdische Gejammer findet vorerst kein Ende. Was auch nur gerecht ist! Warum sollten wir auch dem selbst auferlegtem Schicksal entgehen und an unserer eigenen ökologischen Schlamperei zu ersticken? Der ganz alltägliche Wahnsinn in unseliger Verbindung mit dem wohl nie endenden Kleinkrieg gegen die Natur. Ein Gemetzel hier, ein Scharmützel dort, unser Vernichtungsfeldzug gegen Fauna und Flora des Planeten Erde wird mit Sicherheit auch 2012 weitergehen. Die Natur wird sich wiederum als unglaublich kreativ erweisen und in vielfältiger katastrophaler Form zurückschlagen und dabei ein paar mehr oder weniger große Lücken in unsere Population reißen. Das altbekannte Spielchen also und von daher eigentlich kaum noch erwähnenswert, oder?

Tja, vielleicht wäre vieles ganz anders gelaufen, wenn ich vor zwölf Jahren nicht so jämmerlich versagt und doch die Weltherrschaft übernommen hätte. Alles wäre heute besser. Ganz bestimmt!

Ich wünsch ein gesundes Neues Jahr 2012

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