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Ich darf nicht fluchen

Nun geht es also los. Die Fastenzeit hat begonnen. Für mich heißt das: Bis Ostern wird nicht mehr geflucht. Mündlich jedenfalls – doch das war auch längst mal fällig. Für jeden Verstoß gegen diese Fastenzeit-Selbstgeißelung wird pro Entgleisung ein Euro in die gemeinsame Restaurant-Besuch-Spardose fällig. Schriftlich darf ich aber nach wie vor all den Frust in seiner schönsten, lautesten und befriedigendsten Form los werden. Meine Frau hatte nämlich ein Einsehen und gestattete mir dieses kleine aber feine Hintertürchen - für den Fall, dass irgendwann mal der Punkt erreicht sein könnte, an dem das Maß übervoll ist. Zu Deutsch: Dieser Blog ist nach wie vor mein ganz persönlicher Boxsack für verbale Entgleisungen. Aber nicht nur der…

Auch anderswo könnte es in den kommenden 40 Tagen voll zur Sache gehen. Um mit besonders tiefengefrusteten Situation klarzukommen, in denen eigentlich nur eine laut artikulierte Botschaft absolute Befriedigung schafft, hilft vielleicht auch ein extrabreiter wasserfester Edding, mit dem man seine verbalen Entgleisungen quer über Computermonitore schmieren kann. Denkbar wären auch Farbsprays, mit denen die Wände diverser Büros und Flure verunstaltet werden, wenn der Delinquent kurz vor dem Explodieren ist.

Stell Dir einfach vor: irgendetwas stinkt Dir ganz gewaltig und was auch geschieht, es wird immer schlimmer. Druck baut sich auf, das Gesicht färbt sich von normal-blass zu ungesund-purpur und dann, kurz bevor die Suppe überläuft, die Flut den ultimativen Siedepunkt erreicht und Du mental am Platzen bist, zückst Du urplötzlich eine Dose pinkfarbenes Farbspray (natürlich mit Glitzer). Du springst auf den Schreibtisch irgendeines total überforderten Beamten und sprühst in großen Buchstaben „Pussy“ an seine Bürowand. Yeah!!! Und jetzt tief ausatmen! Na wenn das nicht entspannt…

Tja… und sonst? Meine Frau sagt „Fluche doch rein gedanklich. Mach Dir Luft in dem Du Dir Deinen Teil denkst und fertig“. Mmh, klingt gut. Klappt aber nie und nimmer. Denn, was ist, wenn ich (wie viel zu oft in letzter Zeit) laut denke? Verstößt ein laut gedachter Fluch etwa auch gegen die frustrierenden Anti-Fluch-Regeln der 2016er Fastenzeit? Grummel…. Oh je, das wird kostspielig. Ich trete kräftig gegen den verdammten Mülleimer - rein gedanklich natürlich - aber wie zu erwarten war, hilft das nicht wirklich. Mist! Noch 39 Tage…

Bis denne…

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