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Nachtleben

Ist es nicht frustrierend bis tief in die Nacht im Bett zu liegen und nicht einschlafen zu können? Man bekommt einfach kein Auge zu und wenn doch, dann fragt man sich, wozu das Ganze, da man ja doch nicht einschläft.

Es ist 2:53 Uhr, ich starre an die Decke und versuche krampfhaft an nichts zu denken. Auch nicht an verdammte Schäfchen. Bringt trotzdem nix. Ich drehe mich auf die Seite, ziehe die Decke bis unters Kinn, genieße die Wärme und versuche einzudösen. Das bringt auch nichts. Ich bin und bleibe hellwach. Irgendwann gebe ich die letzten Einschlaf-Bemühungen auf und taste nach dem iPad, welches irgendwo auf meinem Nachttisch liegt.

Zugegeben – ein iPad ist nicht unbedingt das ideale Instrument zum Blogschreiben. Zumal es sich bei meinem Tablett auch noch um die „Mini“-Variante aus dem Hause Apple handelt, dessen Bildschirm mit 7 Zoll nicht sonderlich groß ausfällt. Aber in der Not frisst der Teufel Fliegen und der Wusch schreibt seinen Blog auf dem iPad Mini. Basta!

Hatte ich bereits erwähnt, dass all dies unter dem Einfluss einer Schlaftablette geschieht, die ich irgendwann nach Mitternacht einwarf, als sich erste Anzeichen bemerkbar machten, dass sich auch diese Nacht nicht so entwickeln würde wie gewünscht. Eigentlich wollte ich diese Tabletten schon vor Tagen absetzen. Auf Dauer muss es nämlich ohne die Dinger gehen. Irgendwann. Aber nicht heute Nacht. Nun, vielleicht folgen diese Schlaftabletten einer gewissen Logik und wirken deshalb nicht. Schmerztabletten sollen Schmerzen vertreiben, Hustensaft tut etwas gegen den Husten und Schlaftabletten verhindern das Einschlafen. Zwei Tabletten sind nun noch in der Verpackung, die reichen demnach bis Samstag. Für den Start in die neue Woche bleibt dann nichts mehr. Außer der Aussicht auf weitere schlaflose Nächte.

Da liegt man also herum. Unzählige Umdrehung um die Körperachse zeugen von einer vergeblichen Suche nach der idealen Liegeposition. Glaubt mir, es gibt sie! Dann noch das Kopfkissen perfekt zusammenknautschen, Augen zu und …

…zuerst spürt man den leichten Schmerz gar nicht, der dumpf brütend irgendwo zwischen der Wirbelsäule und der Schulter erwacht. Langsam, aber permanent wird er intensiver. Irgendwann kann man ihn nicht mehr ignorieren. Verdammt! Adios perfekte Liegeposition! Was folgt ist eine Drehung um 90 Grad. Ein bisschen schieben hier, etwas beugen da… Man geht in sich und stellt dann fest: So lässt es sich eigentlich auch ganz gut liegen. Der Schmerz im Rücken hat sich für das Erste zurückgezogen. Man schließt die Augen und spürt allmählich, wie man sich selbst die Blutzufuhr am Arm abdrückt. Die Idee, den Kopf auf dem Oberarm abzulegen, war wohl nicht die Beste. Aber auch das lässt sich beheben.

Und dann passt endlich alles. Ich mache mich bereit in unendlich schöne Träume hinabzugleiten, doch dann spüre ich einen Hauch im Gesicht. Och nee… Nein, das kann jetzt unmöglich wahr sein! Meine Frau atmet in meiner Richtung, etwas, was ich des Nachts gar nicht mag. Das geht gar nicht. Also folgt nun eine weitere halbe Drehung um die Achse. Irgendwie lag ich vorhin doch recht passabel. Aber wie genau noch mal? Es will mir nicht einfallen. Wie ich mich auch verrenke, es will sich nicht derselbe Liegekomfort einstellen. Naja, so ein bisschen dann doch.

Also komm, nun penn endlich ein. Ich atme tief ein und lass die Luft langsam wieder entweichen. Meine Gedanken schweifen ab, werden unwirklicher, nur ganz am Rande registriert mein Unterbewusstsein, das die Atmung hinter mir wird tiefer wird. Ein leichtes Röcheln lässt vernehmen und dann folgt das, was nun kommen musste: Die ersten Schnarchlaute erklingen und ich möchte mich nur noch ganz tief unters Kopfkissen vergraben.

Das Spielchen höre ich mir einige Minuten an, dann greife ich vorsichtig an die Schulter der Geräuschquelle, worauf ein „Was ist denn los?“ vernehmen lässt. „Du schnarchst!“ flüstere ich und ein grummeliges „Gar nicht“ von nebenan scheint Besserung zu geloben.

Etwa 5 Minuten funktioniert das auch…

Im Laufe der nächsten Stunden treten unablässig weitere nervige Situationen auf, die mich recht erfolgreich am Einschlafen hindern. Mal verknotet sich mein Schlafanzug durch das ewige Hin und Her auf der Matratze. Dann landen scheinbar ständig Staubkörner auf meinem Gesicht. Das daraus resultierende Jucken wirkt jedenfalls sehr real und hält mich über alle Gebühren wach. Hin und wieder nimmt sich die Bettdecke die Freiheit falsch zu liegen, wegzurutschen oder mich anderweitig zu erheitern. Und letztendlich hielt das Versprechen nicht mehr zu schnarchen keine fünf Minuten…

Es ist nun 3:27 Uhr. Ich lege das iPad wieder zu Seite und wage einen weiteren Versuch einzuschlafen. Jedenfalls bin ich dazu bereit! Hab ja schließlich grad nichts Besseres zu tun…

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