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Blog-o-mat

Es ist mal wieder an der Zeit etwas Nervengrütze unters Volk zu werfen, oder besser: dem geneigten Leser dieses Blogs Einsicht in die Gedankenwelt des Schreiberlings zu gewähren. Es ist einiges an Zeit ins Land gezogen seit der letzte Betrag gepostet wurde und das hat sicherlich seinen guten Grund. Dessen bin ich mir jedenfalls sicher. Halbwegs. Naja, jedenfalls hoffe ich das. Letztendlich ist es aber egal.

Das sarkastische Betrachten der aktuellen politischen und gesellschaftlich-relevanten Schlagzeilen lässt derzeit nur wenige Schlüsse zu. Entweder sind die Themen zu ernst, zu dramatisch oder einfach nur zu traurig, um dieser mit Satire zu begegnen. Da schweigt man besser und bohrt dazu in der Nase, als in irgendwelchen anderen Wunden zu bohren.

Es kommt allerdings auch zunehmend vor, dass sich Politik und Gesellschaft selbst parodieren und das Bloggen darüber in Gefahr läuft, als einzig seriöser Beitragender mit einmal ernst genommen zu werden. Nee, nicht wirklich. So sarkastisch geht es nicht…

Aufgrund der nun beinahe täglich wiederkehrenden Meldungen von Gewalt, Terror und Schwachsinn in den Massenmedien unserer modernen Zeit fällt es dem mir zunehmend schwerer, das wirklich Wesentliche im Blick zu behalten. Nämlich das, womit sich dieser Blog seit eh und je beschäftigt hat. Das dann so in Buchstaben zu kleiden, auf dass es in lesenswerter Form da gepostet wird, wo es der geneigte Leser genießen kann – es klingt so einfach. Nun ja, was auch das sein soll, ich finde es seit Wochen und Monaten nicht mehr. Jeder Versuch endet in einem tieftraurigen Desaster.

Ein kleines Beispiel eines Textfragments soll das einmal veranschaulichen: Mach ich mich religions- und fremdenfeindlicher Gedanken schuldig, wenn ich im ICE sitzend und von Langeweile geplagt vorbeihuschende islamische Gotteshäuser zähle? Hier eines, da eins und noch eins…Viel gedacht habe ich mir jedenfalls nicht dabei. Das Erstaunen über die Vielzahl der Moscheen an der Bahnstrecke war zwar nicht unbedingt ohne, aber letztendlich war es mir im Grunde völlig egal. Aber gezählt habe ich sie doch, weil sie mir wie Fremdkörper in meinem Heimatland vorkommen.

„Um Himmels Willen“ – werden sich gerade einige denken (und nach all dem, was da einige in Facebook verbreiten, sind das nicht gerade wenige) – „wie kann man sich heute den Luxus gönnen und keine Meinung zur völlig missbrauchten und damit wohl überflüssigen Religionsfreiheit in diesem Land haben? Und danach auch noch so etwas hier darüber zu schreiben…“

Und das ist nur eines von vielen brisanten Themen, von denen man besser die Finger lässt. Man landet stets zwischen den Fronten derer, die schon lange nicht mehr miteinander reden. Nicht selten sind es gerade Freunde, Verwandte, gar Familienmitglieder, die absolut Beratungsresistent sind. Und nun? Kontakt abbrechen und damit ein Zeichen setzen? Ins Gewissen reden, Argumente liefern, an die man vor Verbitterung selbst nicht glaubt? In den Blog schreiben, was einen nicht passt?

Also lehne ich mich zurück und übe mich im Müßiggang. So schone ich meine Nackenmuskulatur, die zuletzt beim permanenten Kopfschütteln gelitten hat. Ausgelöst durch endlose inhaltsleere Debatten, dummes Gerede, dass sich seit Monaten ständig wiederholt und halbgare Argumente, die so verdammt ausgelutscht sind, dass man sie nicht mehr hören mag. Hier im Blog schreibe ich fürs erste lieber über meinen Urlaub, schlaflose Nächte und halbnackte Frauen, was ganz sicher ultrafeminine Aktivisten auf den Plan rufen dürfte.

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